Bund-Länder-Gruppe zu Gebäudesanierung
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Bund/Länder für steuerlich geförderte Gebäudesanierung
Die Gebäudesanierung spielt in der Klimapolitik eine große Rolle. Die steuerliche Förderung der Sanierung scheiterte bühnenreif im Bundesrat. Am Donnerstag hat Bundeskanzlerin Angela Merkel nach dem Treffen mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer in diesem Punkt die grundsätzliche Einigung verkündet. „Dazu wird es eine Arbeitsgruppe geben, die bis Februar unter der Führung von BMWi und BMF unter Beteiligung der Länder seitens der Staatskanzleien eine Einigung erzielen soll, sodass diese steuerliche Förderung auch möglichst bald in Kraft treten kann.“
Für Reiner Haseloff, Ministerpräsident Sachsen-Anhalts (CDU), ist das ein „ganz wesentlicher Punkt, sodass die Länder da jetzt ganz klar einen Konsens anbieten können.“ Für Dietmar Woidke, Ministerpräsident in Brandenburg (SPD), hat das „Megathema Energiewende“ noch weitere Aspekte, die geklärt werden müssen. Beispielsweise die vermiedenen Netzentgelte. Die Länder mit dem weitesten Ausbau der erneuerbaren Energien haben die höchsten Netzentgelte und werden gegenüber anderen Bundesländern benachteiligt, erklärte Woidke die Lage Brandenburgs und anderer ostdeutschen Länder: „Diese Ungleichheit müssen wir in Deutschland möglichst schnell beseitigen, weil es sonst umso schwieriger mit der Energiewende wird. Andersherum gesagt: Wir brauchen eine solidarische Energiewende in Deutschland.
Hohe Potenziale
In der EU entfallen rund 60 Prozent des gesamten Energieverbrauches auf Raumheizung, Warmwasser, Klimaanlagen und Beleuchtung. Zwischen 20 und 30 Prozent davon können eingespart werden, wenn innovative Lösungen umgesetzt werden. Judit Kockat vom Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung (ISI): Große Chancen gibt es bei der Altbausanierung, da in vielen europäischen Ländern derzeit viel Raumwärme über schlecht isolierte Türen, Fenster und Mauern verloren geht.“ Das Fraunhofer ISI nimmt zusammen mit dem Öko-Institut als deutsche Partner an dem Forschungsprojekt „ENTRANZE“ teil, mit dem die Potenziale der Einsparungen bis 2030 ausgenutzt werden können. Alleine in Deutschland, Frankreich und Italien werden sogar 46 Prozent für die Raumheizung verwendet .Ein Stiefkind der Energieeffizienz sind die Klimaanlagen. Hier steigt der Energieverbrauch sogar noch weiter an Für die Raumkühlung würde sich ohne weitere Maßnahmen bis 2030 der Energiebedarf für die Raumkühlung sogar verdoppeln. Beschattung der Fenster und Entwicklung von energieeffizienten Geräten sind Beispiele für Alternativen [1].
Energieberater vor Ort
In 25 Städten und Kreisen hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen Energieberater stationiert. Sie sollen die lokale Energiewende voranbringen. In Bochum beispielsweise kommt Michael Lambertz mit einem Nebelgerät und einem Ventilator ins Haus. Der Ventilator sorgt für einen leichten Überdruck und der Nebel zeigt, wo Zugluft ist. Gleichzeitig gibt es Tipps zur Abschaltung der Zugluft.
In Arnsberg haben Energieberater mit einem Spezialflugzeug Häuser thermografiert. Anschließend bot Dr. Johannes Spruth den Hausbesitzern eine kostenfreie Interpretation der Dachbilde an. Rund 20.000 Hauseigentümer wurden dazu angeschrieben.
In Iserlohn besucht Martin Wulf Neumieter bei einer Wohnungsbaugesellschaft. Gerade nach dem Einzug, müssen die neuen Mieter ihre Wohnung erst einmal kennen lernen und der Energieberater zeigt, wo sie Energie sparen können und wie sie richtig lüften, um Schimmelschäden zu vermeiden. Mehr als 50 Beratungen wurden bereits durchgeführt [2].
Lesestoff:
[1] Ergebnisse und Informationen über das Forschungsprojekt finden Sie unter www.entranze.eu
[2] Mehr Details finden Sie bei der Verbraucherzentrale NRW www.vz-nrw.de
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