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China baut auf seine Konsumenten

Handel

Binnenkonjunktur in China trägt

Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist noch nicht vorbei. Alleine das hatte vor kurzem die Börsennotierungen beflügelt, weil der US-Präsident eine Einigung in Aussicht stellte. Der Blick auf das Reich der Mitte wird allerdings von Wirtschaftsnachrichten beherrscht, die jedes Husten zu einer Lungenentzündung interpretieren. Im letzten Jahr war das Wachstum in China auf 6,6 Prozent geschmolzen und Ministerpräsident Li Keqiang hat die Prognosen für 2019 auf 6,6 bis 6,0 Prozent nach unten korrigiert. Chinas Exporte sind im Februar um 20 Prozent eingebrochen und die Sorge vor einem „Schwächeanfall“ Pekings steigt.

Verlass ist aber auf die chinesischen Konsumenten. Der Markt für Fast Moving Consumer Goods, den Dingen des alltäglichen Bedarfs und Lebensmittel, wies nach aktueller Analyse der britischen Marktforscher von Kantar Worldpanel im letzten Jahr ein Wachstum von 4,3 Prozent auf.

Auch über den westlichen Jahreswechsel hinweg sorgten die rund 1,3 Milliarden Konsumenten für Freude. Wertmäßig lag der FMCG-Konsum zwischen November 2018 und Januar 2019 um 7,7 höher als im Vorjahreszeitraum. Das ist nachhaltig und mehr als nur der Blick auf die Konsumententage im November, wie dem Single´s Day.

Der größte Einzelhändler Yonghui verzeichnete in den drei Monaten zum Jahreswechsel sogar ein Mengen- und Zahlungsplus von 18,2 Prozent. Parallel hat der Einzelhändler im Dezember in Fuzhou mit einem „Minimarkt-Konzept“ gerade einmal mit einem neuen Frischwarenabsatz  angefangen. In Zusammenarbeit mit JD wird die Ware innerhalb von 30 Minuten nach Hause geliefert. Das Konzept für Obst und Gemüse sowie Grundnahrungsmitteln soll in diesem Jahr in weiteren Städten ausgeweitet werden.  

FMCG werden in China aggressiv im Internet beworben. 57 Prozent der urbanen Konsumenten haben in dem betrachteten Dreimonatszeitraum Lebensmittel online geordert. Der Wachstumsschub resultiert aus der verbesserten Versorgung im E-Business in den nachrangigen Großstädten.

Roland Krieg

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