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China verärgert US-Getreiderat

Handel

China verhängt weitere Strafzöllen

Die Chinesen haben zu Jahresbeginn den Zollsatz für amerikanisches Ethanol von fünf auf 30 Prozent erhöht. Das hat den US-Getreiderat USGC bereits verärgert, weil es einen Expansionsmarkt behindert. In der letztenWoche haben die Chinesen unter ihren „Anti-Dumping-Maßnahmen“ zu Wochenbeginn Strafzölle gegen DDGS aus den USA angekündigt und bereits am Donnerstag umgesetzt. Distiller´s Dried Grain with Solubles entsteht bei der Ethanolproduktion und ist ein eiweißreiches Futtermittel.

„Der U.S. Grains Council ist tief enttäuscht über die Maßnahmen nach über drei Jahrzehnten guter Zusammenarbeit mit der chinesischen Regierung und den Nutztierverbänden“, sagte USGC-Präsident Tom Sleight. Die Maßnahmen seien nicht gerechtfertigt und würden vor allem die chinesische Tierproduktion treffen. Zudem warten die Amerikaner auf neue Zulassungen für gentechnisch veränderte Maispflanzen. Die letzten Zulassungen resultierten aus dem Jahr 2014.

Warum Strafzölle?

Die Maßnahmen resultieren aus dem letztjährigen Besuch einer chinesischen Delegation in die USA. Nach einer Analyse einer großen Ethanol-Fabrik in Illinois kamen die Chinesen zu dem Schluss, dass die US-Subventionen für das Bioethanol-Programm Subventionen seien, die beim Export chinesisches Ethanol und DDGS benachteilige.

US-Ethanolmarkt

Das Jahr 2016 endete in den USA mit einem neuen Bioethanol-Produktionsrekord von durchschnittlich einer Million Barrel am Tag. Für dieses Jahr erwartet die Universität Illinois einen höheren Treibstoffverbrauch in den USA. Durch die Beimischungen von E10, E15 und E85 sollen 14,36 Milliarden Gallonen, 107 und 204 Millionen Gallonen Bio-Ethanol verbraucht werden. Die amerikanische Umweltbehörde prognostiziert für 2017 einen Anstieg des Bioethanol-Bedarfes von 18,11 auf 19,28 Milliarden Gallonen. Eine Milliarde Gallonen werden über den Export verschifft. China ist einer der größten Abnehmer und hat  allein im November 2016 insgesamt 179 Millionen Gallonen aufgenommen. Im ganzen Jahr 2015 lag der Import bei 73,8 Millionen Gallonen.

Auf der Grundlage dieser Zahlen verbraucht die USA um die 460 Millionen Mais-Bushel pro Monat. „Farmers Exchange“ progostizierte am vergangenen Freitag noch eine starke Perspektive für die Maisnachfrage – wenn der Maispreis niedrig, der Export und die Beimischungen zu fossilem Treibstoff stabil bleiben.

Alternative Brasilien?

Die Auswirkungen der chinesischen Strafzölle sind noch offen. Die Amerikaner exportierten im November 2016 mit 224 Millionen Gallonen Ethanol doppelt so viel nach Brasilien wie im Vorjahrsmonat. Wegen des hohen Zuckerpreises verarbeiten die brasilianischen Zuckerfabriken das Zuckerrohr lieber zu Zucker als zu Ethanol.

Roland Krieg

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