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Chinggis Khaan unter dem Funkturm

Handel

Mongolei auf der Grünen Woche

>Die Mongolei und die Berliner scheinen zwei zu sein, die zusammen gehören. Von Tegel aus gibt es einen Direktflug in das innerasiatische Land und vielfältige Kulturprojekte überbrücken die Distanz zwischen Berlin und der kältesten Hauptstadt der Welt, die zwar auf Höhe der französischen Riviera liegt, aber im Winter durchschnittlich auf < 25 °C kommt. Noch bevor die ersten mongolischen Studenten in die Sowjetunion gingen, lernten 1926 die ersten von ihnen bereits in Berlin. Das war auch das Jahr der ersten Grünen Woche und es ist eigentlich verwunderlich, dass das Riesenland erst jetzt seine Produkte präsentiert.
Am Stand 221b in der Halle 4.2 gibt es Spirituosen, Fleischprodukte und verschiedene Biere. "Wir wollen hier den europäischen Markt testen", sagte Purevjav Bayanmuk, Leiter der Koordinationsabteilung im Landwirtschaftsministerium zu Beginn der Grünen Woche. Das Handelsvolumen ist mit rund 50 Millionen Euro noch insgesamt gering, aber Deutschland ist der wichtigste Handelspartner.
Die Mongolei brilliert mit biologischem Lamm-, Pferde- und Rindfleisch. Denn Hochproduktive Landwirtschaft kann sich in dem abflusslosen Hochland nur im Norden bilden. Nirgendwo sonst reicht der Dauerfrostboden so weit südlich wie in der Mongolei. Die Waldfläche ist 13 Millionen Hektar größer als die gesamte Ackerfläche Deutschlands.
Da fühlen sich die kleinen Wiederkäuer Schafe und Ziegen in der Landschaft am wohlsten und bilden rund zwei Drittel der nomadischen Viehherden. Es zeigt sich allerdings der Trend, dass die Zahl der Haushalte mit weniger als zehn Tieren abnimmt und "Großherden" bis 200 Tiere wachsen. Seit den 1990er Jahren gibt es auch die ersten Betriebe mit über 1000 und über 2000 Tiere.
Die Mongolei feiert 2006 ihr 800-jähriges Bestehen. Damals vereinte Chinggis Khaan sämtliche Mongolenstämme zu einer Nation. Nach dem Staatsgründer wird auch ein Wodka angeboten, der in den Premiummarkt von Absolut, Smirnoff und Finlandia vordringen soll.
Übrigens: In der Bornholmer Straße gibt es ein mongolisches Restaurant. Dort kennt der Wirt zu den einheimischen Gerichten auch die passenden Geschichten.

Roland Krieg

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