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Das Jahr 2013 war ein Milchjahr

Handel

Hohe Milchpreise wirken nicht gegen den Strukturwandel

Im Jahr 2013 sind die Erzeugerpreise für Milch auf ein neues Allzeithoch geklettert, meldet die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI). So viel Geld wie im vergangenen Jahr haben die deutschen Milcherzeuger noch nie für das Kilogramm Milch erhalten. Im bundesweiten Schnitt zahlten die Molkereien 5,8 Ct mehr für das Kilogramm Milch als im Vorjahr.


Der AMI-Vergleichspreis für konventionell erzeugte Milch erreichte 2013 das neue Spitzenniveau von 37,93 Ct/kg, gültig für eine Milch mit 4,2 % Fett und 3,4 % Eiweiß und einer Jahresanlieferung von 500 t. Nach den erheblichen Einbußen, die die Milchviehhalter noch im Jahr 2012 zu verkraften hatten, konnten sie sich im vergangenen Jahr über das beste Ergebnis seit Beginn des Michpreisvergleiches freuen. Bereits im Herbst 2012 hatte mit der Erholung an den Produktmärkten zeitversetzt auch der Anstieg der Milcherzeugerpreise eingesetzt und der saisonale Abschwung zur Jahreswende 2012/2013 war ausgeblieben. Ab dann kannten die Preise nur noch eine Richtung und zwar nach oben. Alle in der aktuellen Auswertung berücksichtigten Molkereien haben 2013 mehr ausgezahlt als vor Jahresfrist. Allerdings fiel der Anstieg unterschiedlich hoch aus und das regionale Ranking wurde kräftig durcheinander gewürfelt. Die erfolgsverwöhnten Bayern schafften es 2013 nicht auf einen der Champions League Plätze. Ähnlich erging es ihren Kollegen im benachbarten Baden-Württemberg. Die größten Gewinner waren im Jahr 2013 die Milchviehbetriebe in Schleswig-Holstein. ´

Im aktuellen Jahr 2014 geht die Entwicklung der Milchpreise infolge der Abschwächung an den Produktmärkten jedoch wieder in eine andere Richtung.

Dennoch Strukturwandel

Hohe Milchpreise sind aber keine Garantie für hohe Erzeugererlöse. Ökonom Dr. Albert Hortmann-Scholten von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen berichtete auf der zurückliegenden MeLa in Mühlengeez, dass umgekehrt zum positiven Auszahlungspreis die Gewinne immer weiter gesunken sind.

Daraus resultiert ein rasanter Strukturwandel. Gab es 1993 noch 221.000 Milchviehhalter in Deutschland, sind es 2012 nur noch 85.000 gewesen. Es wachsen fast nur noch die Betriebe mit mehr als 100 Kühen. Das liegt nicht nur am Milchpreis alleine, sondern auch in dem Zeit- und damit Arbeitsaufwand. Die Melkzeit ist das Aufwendigste in der Milchviehhaltung. Bei 20 Kühen summiert sich die Melkzeit auf rund 90 Stunden pro Kuh und Jahr. Hat der Landwirt eine Herde mit 300 Kühen, reduziert sich der Zeitaufwand auf 40 Stunden pro Kuh und Jahr. Hier gewinnt der Betrieb, der in moderne Melktechnik investiert hat – beziehungsweise hat investieren können. Wer hier nicht mehr wachsen kann, der hört meist auf.

Roland Krieg / AMI; Grafik: AMI

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