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Das schwarze Gold aus Beelitz

Handel

Kürbiskernöl aus Brandenburg

>Wer ein typischer Agrarwissenschaftler ist, den zieht die Neugier in die Ferne. So auch Thomas Syring, der das erste Mal an der Grünen Woche gleich mit seinem Kürbiskernöl teilnimmt. In diesem Jahr wird er seinen Master of Agriculture an der Humboldt Universität erringen, doch war er vorher für ein landwirtschaftliches Praktikum in der Steiermark. Und weil Landwirte neugierige Menschen sind, hat er dort eine Kunst erlernt, die außer ihm nur noch sechs weitere Bauern in Deutschland beherrschen: Den Anbau von Kürbissen für die Speiseölgewinnung.
Durch eine Spontanmutation weisen die steirischen Ölkürbisse keine Schale mehr auf, sondern eine feine Haut, die den Samen umschließt. Und die steirischen Bauern produzieren daraus eines der besten Speiseöle der Welt: aus Kürbiskernen.

Ökolandbau Syring
Seit 2004 betreibt Syring selbstständig einen Ökohof in Zauchwitz, nahe Beelitz im Südosten Berlins. Neben dem Getreideanbau wachsen dort nun auch die dunkelgelben steirischen Kürbisse heran, die mit charakteristischen grün melierten Streifen gut zu erkennen sind. Das Heimatland des Ölkürbis ist nur drei Stunden von der Adria entfernt und weist noch im Herbst Temperaturen bis zu 25 Grad Celsius auf. Trotzdem wagte Thomas Syring, die Kürbiskerne in den märkischen Sand zu setzen. Je früher er sie in den Boden bringt, desto eher sind die Samen vor Kälteeinwirkungen geschützt. Leicht ist der Anbau trotzdem nicht, verrät er im Gespräch mit Herd-und-Hof.de. Brandenburg hat zu wenig Niederschlag und eine Trockenperiode im Mai. 2003 konnte er dennoch die erste Ernte von einem Hektar Versuchsfläche einbringen. Das war insbesondere deswegen mutig, da nicht nur die Anbaufläche durch Handarbeit frei von Unkräutern gehalten werden musste, sondern auch die Ernte mit den eigenen Händen erfolgte. Zu dritt haben sie in drei Wochen die Kürbisse geerntet.
Dabei müssen die steirischen Ölkürbisse, die übrigens Arzneipflanzen sind, gespalten werden, um an die Kerne heranzukommen. Diese werden per Hand aus dem Fruchtfleisch gepult, was durchaus eine matschige Angelegenheit gewesen ist.
Trotzdem ging es weiter. Er kaufte sich aus der Steiermark eine Erntemaschine, die es auch nur dort gibt, und erntet seine Öllieferanten mittlerweile von sechs Hektar Fläche. Die folgenden Arbeitsschritte, das Waschen, Trocknen und Reinigen geschieht noch auf dem Hof in Zauchwitz. Mit einem Rüttelsieb und Luft werden die letzten Samenhautreste entfernt, so dass nur die reinen Kerne übrig bleiben.

Erfahrene Ölschläger
Die allerdings bringt er noch nach Österreich. Die steirischen Ölschläger sind die einzigen, die gutes Öl aus den Kernen gewinnen. Gutes Kürbiskernöl kann nicht kalt gepresst sein. Es wird sehr vorsichtig bei 60 Grad praktisch geröstet. Die Ölschläger erkennen die Qualität des Öls am Geruch und an der Farbe. Lila heißt: zu heiß geworden. Für einen Liter Kürbiskernöl braucht man übrigens 40 bis 50 Kürbisse.

Kürbiskernöl enthält zu 50 Prozent essentielle Fettsäuren und gilt in der Volksmedizin als Heilmittel bei Blasen- und Prostatabeschwerden. Granufink ist aus der Werbung bekannt. In der menschliche Ernährung wirkt es zudem Cholesterin senkend. Kürbiskernöl hält sich zwischen 10 und 12 Monate und überbrückt daher auch die Kürbisarme Zeit.
Zum Kochen und Braten ist das Öl nicht geeignet ? aber die Steirer nehmen es für den Salat oder für die Vinaigrette. Bislang gibt es das einzigartige Beelitzer Kürbiskernöl nur direkt im Hofladen in Zauchwitz. Zur Eröffnung der Spargelsaison oder beim nächsten Kürbisfest können Sie sich damit eindecken. Oder bei Thomas Syring direkt anrufen: 03 204/ 41990. Hoftermine gibt es unter www.BeelitzerKuerbis.de. Am allerbesten ist es, Sie schauen in der Brandenburg Halle 21a am Stand von Thomas Syring (Stand 145) vorbei. Dort gibt es das intensive, tiefgrüne Öl zum testen. Die ersten Berliner Naturkostläden haben bereits Interesse bekundet, das wertvolle Öl zu vertreiben.

roRo

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