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Deutsch-chinesisches Agrarzentrum geplant

Handel

Bleser auf China-Reise

China gehört zu den Topadressen der Weltwirtschaft und rückt derzeit als Alternativmarkt nach dem Russland-Embargo verstärkt in den Fokus der deutschen Agrar- und Ernährungsindustrie. Ein Grund mehr für Staatssekretär Peter Bleser aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium bis zum 12. September nach China zu reisen. „Made in Germany“ hat im Reich der Mitte einen guten Ruf und die Chinesen setzen auf internationales Knowhow zur Verbesserung ihrer Produktion [1 + 2]. Zudem spielt China bei der globalen Ernährungssicherung eine bedeutende Rolle.

Kooperationsprojekte

Mit dem Staatssekretär reisen Verbandsvertreter der Agrar- und Ernährungsindustrie, die geschäftliche Kontakte knüpfen wollen. Den Rahmen für neue Exportmöglichkeiten haben Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der chinesische Staatspräsident Xi Jinping im Frühjahr 2014 gelegt.

Bleser trifft unter anderem mit Vertretern des Staatlichen Zentralamtes für Qualitätsüberwachung, Inspektion und Quarantäne zusammen. Zum neunten Mal treffen sich deutsche und chinesische Agrar- und Ernährungspolitik und stimmen die Route für das nächste Jahr ab. Zwei Projekte sind noch bis Jahresende aktiv:

Rinderzucht in China: Die in beiden Ländern verbreiteten Rinderrassen Fleckvieh, Holstein und Braunvieh sollen verbessert werden. Deutsche Rinderzüchter stellen ihren chinesischen Partnern Genetik zur Verfügung und führen Beratungen und Ausbildungen durch.

Auf der Staatsfarm Ganhe geht es um Pflanzenzüchtung: Dabei sollen die Potenziale der Pflanzenproduktion mit modernen Produktions- und Managementmethoden erschlossen und gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit verbessert werden. Hier ist die deutsche Landtechnik involviert und will mit „Training of Trainers“-Ansätzen eine Breitenwirkung erzielen.

Gemeinsames Agrarzentrum

„Es ist uns wichtig, durch die Vermittlung praktischer Kenntnisse zur Verbesserung der Situation in der Landwirtschaft Chinas beizutragen. Mit unseren Erfahrungen und ausgereiften Technologien haben wir viel zu bieten. Es freut mich, dass auch bei kommenden Projekten, die zur Sicherung der Ernährungssituation beitragen, die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft mit an Bord sein wird“, sagte Bleser vor der Abreise. Im nächsten Jahr soll dafür ein deutsch-chinesisches Agrarzentrum eröffnet werden, das verschiedene Aktivitäten bündelt. Geplant ist die Ansiedlung in Peking mit dem Fokus auf Politik- und Regierungsberatung sowie Aus- und Weiterbildung. Dezentrale gemeinsame Projekte sollen in Peking koordiniert werden.

In der Forschung arbeiten Institute beider Länder schon seit 30 Jahren zusammen. Auf deutscher Seite sind es das Friedrich-Loeffler-Institut, das Julius Kühn-Institut, das Thünen-Institut, das Max-Rubner-Institut sowie das Bundesamt für Risikobewertung dabei.

Agrosolution Center von Bayer

Im Süden des Landes wird Bleser gemeinsam mit Niu Dun, dem chinesischen Landwirtschaftsminister, bei Nanking das insgesamt sechste „Agrosolution Center“ der Bayer CropScience eröffnen. Das ist ein Ausbildungszentrum für die Saatgutwahl, der Führung von Ackerbeständen und der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln. Laut Bleser steht die nachhaltige Landwirtschaft im Vordergrund.

Lesestoff:

[1] Europäische Kindermilch in China gefragt

[2] Auslandstechnik soll chinesische Milch sicherer machen

Roland Krieg

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