Deutschland tritt der Kigali-Deklaration bei

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Pandemie vernachlässigt vernachlässigte Tropenkrankheiten

Anlässlich des ersten Welttags gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten am 30.01. tritt Deutschland der „Kigali-Deklaration gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten“ [1] bei. Die Erklärung beschreibt ein gemeinsames Vorgehen im Einsatz gegen tropische Krankheiten. Beitreten können betroffene tropische Staaten, Unterstützer-Staaten wie Deutschland, aber auch NGOs, Stiftungen, Wissenschaft, Unternehmen oder Hilfsorganisationen. Mit abgestimmten Maßnahmen sollen die Gesundheitssysteme in betroffenen Ländern bis 2030 so ausgebaut werden, dass diese Krankheiten zurückgedrängt werden.

Entwicklungsministerin Svenja Schulze: „Bei Infektionskrankheiten denken viele zuerst an die aktuelle Corona-Pandemie. Aber auch Tropenkrankheiten wie die Leishmaniose, Schistosomiasis oder Denguefieber breiten sich aus. Diese Krankheiten treffen vor allem die ärmsten Bevölkerungsschichten - in ländlichen Gebieten, städtischen Slums und Krisengebieten und vor allem Frauen und Kinder. Einige von ihnen treten mittlerweile sogar in Korsika, Madeira, Italien oder auch in Deutschland vermehrt auf. Klimawandel, Naturzerstörung und die weltweite Vernetzung führen dazu, dass solche Krankheiten sich auch in den gemäßigteren Klimazonen schnell verbreiten. Die Belastung der Gesundheitssysteme bei der Bekämpfung der aktuellen Pandemie hat die Lage zusätzlich verschärft.“

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Was sind vernachlässigte Tropenkrankheiten?

Weltweit sind rund 1,7 Milliarden Menschen durch zwanzig Krankheiten, die meist als „vernachlässigte Tropenkrankheiten“ (Neglected Tropical Diseases, NTDs) bezeichnet werden, gefährdet. Alleine das Denguefieber, die in tropischen Regionen noch verbreitete Tollwut und Vergiftungen durch Schlangenbisse kosten jedes Jahr rund 200.000 Menschenleben.

Mit der Kigali-Deklaration sollen mit abgestimmten Maßnahmen die Gesundheitssysteme in betroffenen Ländern bis 2030 so ausgebaut werden, dass diese Krankheiten zurückgedrängt werden. Im Mittelpunkt der neuen Erklärung stehen die Eigenverantwortung der besonders betroffenen Länder und Regionen, sowie partnerschaftliches Handeln von Regierungen, Geberländern, der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und der Wissenschaft. Ruanda und Nigeria haben in dieser Woche als endemische Länder bereits die Deklaration unterzeichnet, weitere Unterschriften werden in den nächsten sechs Monaten erwartet.

Mit dem Beitritt „bekennt sich die Bundesregierung dazu, gemeinsam mit unseren Partnern die betroffenen Länder und Regionen tatkräftig bei der Bekämpfung der sogenannten vernachlässigten Tropenkrankheiten zu unterstützen“, erklärte Schulz.

Pandemiedefizit

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO brauchen weltweit 1,7 Milliarden Menschen Zugang zu Medikamenten gegen die vernachlässigten Tropenkrankheiten. Doch die Pandemie hat den Zugang signifikant unterbrochen. Mit 760 Millionen Menschen hat noch nicht einmal die Hälfte diesen Zugang erreicht. Vor der Pandemie haben es immerhin 43 Länder geschafft, mindestens eine der Krankheiten im Land auszurotten.

Lesestoff:

[1] Die Kigali-Deklaration finden Sie unter: https://unitingtocombatntds.org/kigali-declaration/

Roland Krieg

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