Die Flotte der 100
Handel
Wo ist der Platz für die ankommenden Container?
Sieben Tage steckte die „Ever Given“ quer liegend an beiden sandigen Ufern des Suezkanals fest. Auf beiden Seiten hatte sich ein Stau von rund 100 Containerschiffen angesammelt, die jetzt nahezu im Konvoi den Suezkanal durchqueren. Gut 50 davon dampfen Richtung Europa, wo dann demnächst fast gleichzeitig 500.000 Standardcontainer (TEU) abgeladen und umgeschlagen werden müssen. Das entspricht einer durchschnittlichen Wochenladung. Das Institute of Export and International Trade zitierte diese Woche die Hafenanalystin Eleanor Hadland von der Beratungsfirma Drewy: „Aus unserer Perspektive wird es mehr Chaos und mehr Stau geben.“ Während eine gute Hinterlandanbindung für einen stetigen Abfluss von Containern sorgt, werden ankommende Leercontainer die Stellplätze in den Häfen verstopfen. Während in Europa die Häfen schon vorbereitet sind oder Container auf weniger belastete Terminals platzieren könnten, werden die US-Häfen große Probleme bekommen. An der Westküste sind die Kapazitäten ausgeschöpft und Container-Frachter müssten bis zu zwei Wochen auf eine Entladung warten. Da auch die Luftfrachtlinien ausgeschöpft seien, böte sich auch keine Verlagerung an. Bis die Folgen der sieben Tage querliegenden „Ever Given“ aufgelöst sind, könnte es rund zwei Wochen mit Verzögerungen innerhalb von Lieferketten dauern.
roRo
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