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Die Pommernente lädt ein

Handel

14. MeLa in Mühlengeez

> ?Neugierung sind wir nicht, aber wir wollen alles wissen?: Mit diesem norddeutschen Bekenntnis eröffnete Ministerpräsident Dr. Harald Ringstorff gestern die 14. MeLa in Mühlengeez. Hier kann der Verbraucher der Landwirtschaft in den Stall schauen und Produzenten über die Herkunft von Wurst, Käse und Fisch befragen. Die MeLa ist die größte Agrarschau Norddeutschlands vor den Toren von Güstrow. Über 750 Aussteller zeigen auf 120.000 qm ihre Produkte. Alleine die Ausstellungshallen der Tiere umfasst bereits 8.000 qm. Die MeLa ist eine Leistungsschau der Landwirtschaft und der damit verbundenen verarbeitenden Industrie. So warb Landswirtschaftsminister Dr. Till Backhaus, der es sich nicht nehmen ließ, seine Rede zwischen der Blüten- und der Rapsblütenkönigin zu halten.
Im Verlauf ihrer Geschichte entwickelt sich die MeLa immer mehr zur Drehscheibe der Ostseeanrainerstaaten. Schon auf den DLG Feldtagen in Dummerstorf waren die baltischen und skandinavischen Staaten auch als Aussteller vertreten (s. Herd-und-Hof vom 23.06.2004). Hier zeigt sich, dass die Bauern und Verarbeiter nicht nur von einem Europa reden, sondern es bereits praktizieren.

Stallbautechnik, Futtermittel, viele alte und neue Traktoren kennzeichnen den Fachcharakter der Aussteller. Eine umfangreiche Tierschau und eine kulinarische Rundreise durch Mecklenburg-Vorpommern in Halle 1 bieten Landurlaubern und Stadtmenschen Erlebnis und Geschmack. Wem die Wartezeit bis zur nächsten Grünen Woche zu lang ist, kann in Mühlengeez auf Entdeckungsreise gehen: Die gerade einmal 100 cm großen Dexter Kühe, die erst 1840 als Rasse im Südwesten Irlands beschrieben wurden und fast ausgestorben wären. Die einfarbig schwarz, rot oder braunen Kühe bringen trotz ihrer Größe erstaunliche 2.500 kg Milch pro Laktation.

Harald Ringstorff warb jedoch auch gerade für die ?Grünen Berufe?, für die das Interesse seit den 80er Jahren merklich nachgelassen hat. Wettmelken, Schaufrisieren von Kühen oder Kartoffel sammeln für Schulklassen bringen die Landwirtschaft den jungen Menschen richtig nahe. Schulklassen haben in der Halle 2 die Möglichkeit die Berufsausbildung auszuloten.

Während der Eröffnung watschelte auch eine Herde Pommernenten durch den Ring. Die blau-schwarzen Tiere mit typischer weißer Latzkennung wurden in diesem Jahr gleich zum ersten Maskottchen der MeLa auserwählt. Es gibt nur noch rund 100 Pommernenten, um deren Erhaltung sich 10 Züchter bemühen. Die Heimat dieser alten Rasse ist die Insel Rügen und Vorpommern. Die Bezeichnung Schwedenente belegt die schwedische Vergangenheit Rügens im 18. und 19. Jahrhundert. Der Körper wird fast waagerecht getragen und ist lang und breit ohne plump zu wirken. Eine typische Landente. Das die Landwirtschaft dann auch jenseits aller Romantik den gesellschaftlichen Auftrag hat, die Bevölkerung zu ernähren, beweist das www.hotel-gutshof-sparow.m-vp.de. Dort gibt es das Genießerrezept ?Gefüllte Pommernente?.

Da das Wetter einschließlich bis Sonntag sonnig bleibt, auch weil Till Backhaus in dieser Verantwortung steht, ist der Wochenendtrip nach Mühlengeez ein heißer Tipp. Geöffnet ist die MeLa bis zum 12.09. täglich zwischen 09:00 und 18:00 Uhr und kostet 6 ? Eintritt. Kinder die Hälfte. Ein detailliertes Programm finden Sie unter www.messen-mv.de. Lassen Sie einmal die Müritz gut 20 Kilometer hinter sich und folgen ab der Abfahrt Güstrow der B 104 in Richtung Schwerin bis Mühlengeez.

Roland Krieg

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