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„Ein Herz für Erzeuger“

Handel

Netto: Mehrerlös geht an die Bauern

Seit einer Woche bietet Netto Marken-Discount im Milchregal über die H-Milch mit 1,5 Prozent Fett den Konsumenten die Gelegenheit, „Ein Herz für Erzeuger“ zu zeigen. Mit dieser neuen Marke versucht der „besonders preisaggressive“ Discounter, so das Unternehmen aus Maxhütte über sich selbst, den Brückenschlag zwischen Dauertiefpreisen und Fairness.
10 Cent jeden verkauften Liters gehen auf ein Sonderkonto, dessen Mehrerlöse dann an die heimischen Milchbauern geht, verspricht Netto-Geschäftsführer Franz Pröls in der Lebensmittelzeitung. Wenn die Kunden die neue Marke annehmen, dann soll das Konzept auf Käse, Butter und Kartoffeln ausgedehnt werden.
Eine Woche nach Markenstart sprach Herd-und-Hof.de mit Kathrin Krauß, zuständig für die Unternehmensentwicklung Einkauf bei Netto:

HuH: Wie verlief die erste Woche?
Krauß: Wir können aus den ersten Tagen nach Einführung unserer neuen Milch sagen, dass diese gut von den Verbrauchern angenommen wurde.

HuH: Was ist die Motivation für die neue Marke „Ein Herz für Erzeuger“ gewesen?
Krauß: Wir möchten mit Artikeln unter dem Logo "Ein Herz für Erzeuger" unsere einheimischen Produzenten unterstützen. Mit dieser Initiative möchten wir den Landwirten langfristig eine stärkere wirtschaftliche Sicherheit bieten.

HuH: Warum H-Milch?
Krauß: Der Artikel H-Milch ist im Bereich der Molkereiprodukte der absatzstärkste Artikel.

HuH: Wie wird der Bauer ermittelt, dessen Milch 10 Cent Mehrerlös an der Kasse erzielt?
Krauß: Es wurde mit den Molkereien, die uns mit der Milch beliefern ein Vertrag geschlossen, der die Abwicklung und Weitergabe an alle Bauern der Genossenschaft regelt.

HuH: Perspektive Kartoffel: Milch und Kartoffeln sind besonders geeignete Produkte für ein Regionalmarketing. Schlägt im Marketing der faire Preis die Regionalität?
Krauß: Wir haben im Bereich Milch Molkereien aus den einzelnen Regionen. Zur Zeit wird die Milch in drei Molkereien produziert, die sich in den jeweiligen Regionen befinden.

HuH: Gibt es die Marke nur bei „Netto Süd“ oder auch bei „Netto Nord“? Flächendeckend?
Krauß: Der Artikel H-Milch unter dem Logo „Ein Herz für Erzeuger“ gibt es ausschließlich nur bei Netto Süd.

Vielen Dank für das Gespräch.

Netto:
Das gelb-rote Logo von Netto Marken-Discount gehört zu „Netto Süd“, das schwarze Netto-Zeichen mit dem Korb tragenden Hund zu „Netto Nord“. Netto Süd aus Maxheim ist eine hundertprozentige Tochter der Edeka, bei Netto Nord hält Dansk Supermarked die Mehrheit, Edeka ein Viertel. Seit 2007 expandieren beide Märkte jeweils in das Gebiet des anderen.
Netto wurde 1928 als Lebensmittelgroßhändler gegründet und eröffnete 1971 im bayrischen Beilngries zunächst als Superdiscount (SuDi) das erste Geschäft. Seit 1984 gibt es den Namen Netto.
Zwischen 2000 mit 700 Filialen und der 1.111 Filiale im Jahr 2006 hat Netto Süd deutlich expandiert. Im letzten Jahr übernahm das Unternehmen 100 Kondi-Filialen. Wenn Tengelmann die vom Kartellamt vorgeschriebenen 378 Plus-Filialen bis Jahresende 2008 verkauft hat, dann kann die Edeka-Tochter Netto die rund 2.500 verbliebenen Plus-Märkte übernehmen. Im Discountbereich steigt Netto Marken-Discount dann mit rund 3.800 Filialen hinter Aldi und Lidl auf Platz 3.

Roland Krieg

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