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Energieleitstudie Deutschland

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Röttgen: „Energiewende ist machbar“

Zu Ostern wurde die Leitstudie 2011 des Deutsche Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Fraunhofer institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und dem Ingeniuerbüro für neue Energien (IfnE) aus dem brandenburgischen Teltow vorgestellt. Die Studie ging der Frage nach, unter welchen Bedingungen die Energiewende bis zum Jahr 2050 machbar ist.

Röttgen optimistisch

Bundesumweltminitser Dr. Norbert Röttgen sieht die Arbeit der Bundesregierung durch die Studie bestätigt. Die mittel- und langfristigen Ziele seien wie geplant erreichbar und die erneuerbaren Energien sind langfristig deutlich kostengünstiger als Kohle, Öl und Erdgas. Im Jahr 2030 erwarten die Experten nach konsequenter Umsetzung der Energiewende Kosten für die erneuerbaren Energien von durchschnittlich 7,6 Cent je kWh. Für die aus Steinkohle und Erdgas müssten die Verbraucher dann über neun Cent bezahlen. Die Energiewende gefährde nach Röttgen nicht den Industriestandort Deutschland.

Mehr zu tun als schon erreicht

Damit dieses alles erreicht werden kann müssen die Ziele umgesetzt werden. Im Jahr 2050 sollen die Treibhausgasemissionen um 80 bis 95 Prozent gegenübder dem Wert von 1990 gesenkt sein. Der Stromverbrauch muss um ein Viertel geringer sein. Drei Energieszenarien der Studie beschreiben die Mächtigkeit der Aufgabe

Szenario 2011 A

Szenario 2011 A stellt bezüglich des EE-Ausbaus im Stromsektor das mittlere Szenario dar. Die Fahrzeuge mit Elektroantrieb (rein elektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride) erreichen einen Anteil an der Fahrleistung des PKW-Verkehrs im Jahr 2050 von 50%. Der übrige Verkehr wird mit Biokraftstoffen sowie mittels Wasserstoff nutzenden Fahrzeugen bei insgesamt effizienteren Fahrzeugen abgedeckt. Wasserstoff wird als chemischer Speicher von EE-Strom darüber hinaus in der Kraft-Wärme-Kopplung zur Stromund Wärmebereitstellung und kurzzeitig auch zur reinen Rückverstromung eingesetzt.
Das heißt aber auch: Bei einem Anstieg des BIP von 2.274 Mrd. €2000 (2008) auf 3.158 Mrd. €2000 (2050) muss dafür eine Reduktion der Stromintensität der Wirtschaftsleistung (bezogen auf Endenergie) von 46% erreicht werden, was einem Rückgang der Stromintensität von im Mittel 1,5% pro Jahr entspricht. Zwischen 2000 und 2010 nahm die Stromintensität des BIP im Mittel jedoch nur um 0,5% pro Jahr ab.

Szenario 2011 B

Dieses Szenario basiert auf den gleichen Annahmen zur Verbrauchsstruktur und zum Endenergieverbrauch in den Sektoren Industrie, GHD (Gewerbe, Handel, Dienstleistungen) und private Haushalte wie das Szenario 2011 A. Abweichend wird jedoch EE-Wasserstoff über die Methanisierung zu synthetischem Methan umgewandelt. Durch die Möglichkeit der direkten Einspeisung in das Erdgasnetz werden Speicherung und Transport von EE-CH4 ohne zusätzliche Infrastruktur möglich. Die Nutzung von Methan erfolgt sowohl im Verkehrssektor über einen ansteigenden Anteil von Gasfahrzeugen, in KWK-Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung, als auch in Anlagen zur kurzzeitigen Rückverstromung.

Szenario 2011 C

Dieser Weg bildet im Unterschied zu Szenario 2011 A die vollständige Abdeckung der PKW-Fahrleistungen im Jahr 2050 über vollelektrische Fahrzeuge sowie Plug-in-Hybride ab (ca. 80% rein elektrische Fahrleistung), d. h. ohne eine Nutzung von Wasserstoff oder Methan im Verkehr. In den übrigen Endverbrauchssektoren ist das Szenario 2011 C identisch mit den Szenarien A und B. Wasserstoff wird nur als Langzeitspeicher benötigt und in begrenztem Umfang in der Kraft-Wärme-Kopplung und zur kurzzeitigen Lastdeckung (Rückverstromung) eingesetzt.

Verkehr

Die Experten gehen davon aus, dass ab 2030 der Individualverkehr zurückgeht, bis dahin der Flugverkerh „noch deutlich“ ansteigt. Die Güterverkehrsleistung wird zum Jahr 2040 gegenüber 2008 um 42 Prozent ansteigen. Der Transport auf der Schiene ließe sich verdoppeln, wenn „rechtzeitig die erforderlichen Infrastrukturinvestitionen getätigt werden“.

Gebäude

Als Effizinezreservoir gelten der Wärmemarkt und die Gebäudesanierung. Der Endenergieverbrauch für Raumwärme muss von 147 auf 63 kWh je Quadratmeter und Jahr gesenkt werden. Die wohnfläche wird kaum mehr steigen, so dass für Raumwärme im Jahr 2050 etwa 850 PJ Energie gebraucht werden. Das geht aber nur, so warnen die Experten eindringlich, bis dahin „nahezu der gesamte Gebäudebestand einer anspruchsvollen energetsichen Sanierung unterzogen wird.“

Lesestoff:

Die Energieleitstudie finden Sie auf der Seite des Umweltministeriums www.bmu.de

roRo

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