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Ernährungsindustrie hat Produktion ausgebaut

Handel

Wachstum bei Lebensmitteln setzt sich preisbedingt fort

Konjunktur

Die Ernährungsindustrie erwirtschaftete im Februar 2017 einen Umsatz von 13,5 Mrd. Euro und setzte das Wachstum aus dem Vormonat damit zumindest preisbedingt fort. Der Branchenumsatz stieg im Vorjahresvergleich um +1,6 Prozent. Da die Verkaufspreise im In- und Ausland deutlich anzogen, blieb die abgesetzte Menge jedoch -1,7 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis zurück, teilt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) am Dienstag mit. Die Lebensmittelexporte erhöhten sich nominal um +3 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Die Lebensmittelhersteller bauten somit ihre Produktion im Februar stärker aus, der kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex nahm um +1,5 Prozent zu.
Wachstum sichert den kleinen und mittelständischen Lebensmittelherstellern Existenz und Beschäftigung. Im Inland beschränken sich die Möglichkeiten hier vor allem auf eine höhere Wertschöpfung. Steigende Ansprüche an Unternehmen und Produkte, ein harter Wettbewerb sowie mehr Regulierungsdruck fordern die Wettbewerbsfähigkeit der Branche heraus. Gerade bei zunehmenden Produktionskosten müssen die Ressourcen nachhaltig bewirtschaftet werden, die notwendigen Investitionsspielräume sind angesichts der angespannten Ertragslage in der Branche jedoch knapp bemessen. Das Auslandsgeschäft als wichtige Ertragsstütze muss daher gegen neue Marktzugangshürden abgesichert und neue Märkte geöffnet werden. Dieses schwierige Geschäftsumfeld wird die gegebenen Wachstumschancen für die Branche in 2017 bestimmen.

Agrarrohstoffmärkte

Die Preisentwicklung an den Agrarrohstoffmärkten richtet sich an Angebot und Nachfrage am Weltmarkt aus. Preisvolatilitäten entstehen durch wechselnde Ernteerträge, Witterungsbedingungen, Lagerbestände, aber auch Wechselkursschwankungen. Langfristig betrachtet notieren die Preise für Agrarrohstoffe oberhalb des Preisniveaus für Industrierohstoffe. Im März 2017 zogen die Agrarrohstoffpreise im Vorjahresvergleich weiter an. Der HWWI-Rohstoffpreisindex für Nahrungs- und Genussmittel stieg +10,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, im Vormonatsvergleich bedeutete dies jedoch einen Rückgang um -4,2 Prozent. Hohe Rohstoffpreise sind bei dem starken Ertragsdruck eine Herausforderung für das Kostenmanagement in der Lebensmittelherstellung.

Ausblick: Geschäftsklima

Das Geschäftsklima der Ernährungsindustrie gibt als Stimmungsindikator der Unternehmen einen Ausblick auf die zu erwartende Branchenkonjunktur. Im April 2017 erhielt die Stimmung in der Branche einen leichten Dämpfer, behauptete aber insgesamt ein positives hohes Niveau. Der entsprechende ifo-Index sank um -6 Punkte auf +11 Punkte und lag damit um mehr als das Zehnfache höher als im Vorjahr. Während die Hersteller die aktuelle Geschäftslage im April noch besser einschätzten als im Vormonat, so nahmen die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate doch spürbar ab. Gedämpfter zeigte sich die Stimmung bezüglich der Geschäftsentwicklung auch auf den Auslandsmärkten außerhalb der EU. Die Kapazitätsauslastung der Unternehmen erreichte im April hingegen ihr höchstes Ergebnis der letzten zwölf Monate, wurde von den Unternehmen aber weitaus nicht so positiv beurteilt. Im Vergleich zum Vorjahr klagten zudem weniger Unternehmen über Produktionsbehinderungen, wobei der Arbeitskräfte- und Auftragsmangel nach wie vor am meisten ein Hemmnis darstellte.

Konsumklima und Verbraucherpreise

Das Konsumklima in Deutschland zeigte sich im April 2017 im EU-Vergleich stabil und positiv. Die wieder stärker anziehende Inflation beeinträchtigt die Kauflaune der Verbraucher kaum. Bei Lebensmitteln steigt der Trend zu einem qualitätsbewussten Einkauf, wodurch die bezahlten Preise durch eine höhere Ausgabebereitschaft der Kunden anziehen. Im März 2017 sanken die Lebensmittelpreise um -0,2 Prozent im Vormonatsvergleich und stiegen um +2,2 Prozent im Vorjahresvergleich. Die allgemeinen Lebenshaltungskosten stiegen im gleichen Vergleichszeitraum um +0,2 Prozent beziehungsweise um +1,6 Prozent.

Laura Busch (BVE)

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