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EU-Agrarexporte bleiben stark

Handel

EU-Agrarübeschuss im August bei 2,4 Milliarden Euro

Während es im August in den vorangegangenen Jahren immer einen Exportknick gab, konnte die Ausfuhr von Agrarprodukten in Drittländer in diesem Jahr gehalten und sogar noch gesteigert werden. Bis auf den Monat April lagen die Ausfuhren jeweils über den Jahren 2014 bis 2016,

Die Agrarkommission verzeichnete für den August 2017 einen Export von 11,5 Milliarden Euro. Getragen wird der Höhenflug von den USA (+ 153 Mio €) und Russland + 108 Mio €), während Saudiarabienund Vietnam mit 36 und 94 Millionen Euro die größten Einbrüche verursachten.

Im August trugen Weine (+ 130 Mio. €) und Milchpulver (+123 Mio. €) zu den Einnahmen bei. Für Weizen und Schweinefleisch ging es mit – 15 und – 13 Millionen Euro leicht bergab.

Die höchste Wachstumsrate bei den Importen der letzten zwölf Monate zeigt Palmöl mit einem Plus von 1,0 Milliarden Euro und + 21 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Agrarhandel nach Russland

Russland

Vor drei Jahren hat Russland ein Embargo gegen die meisten Agrargüter aus der EU ausgesprochen. Das war eine Reaktion gegen die EU-Sanktionen aufgrund der besetzten Krim. Nach einem ernsthaften Rückgang an Embargoprodukten [1], gingen auch vom Bann nicht betroffene Agrargüter zunächst zurück. Seit September 2016 verzeichnet die EU jedoch wieder einen Anstieg von Exporten bei embargofreien Gütern [2].

Gegenüber der Vorjahresperiode wurden 14 Prozent mehr in Höhe von 773 Millionen Euro exportiert. Das hat Russland mittlerweile wieder auf Platz vier der wichtigsten Drittlandsmärkte gebracht. Noch vor Japan. Russlands Exportanteil liegt wieder bei 24 Prozent. Vor dem Embargo lag er bei 34 Prozent.

Der Import wird in Russland von einer besseren Wirtschaftslage vorangetrieben. Die wichtigsten Gewinner sind: Weine (+ 60 Mio €, +33 %), Spirituosen und Liköre (+ 53, + 42), Schokolade (+ 34, + 26) und Fertigprodukte (+ 40 Mio. € und + 32 %).

Aber auch bei Rohwaren gab es Gewinner: Getreide (außer Weizen), Soja und andere Ölsaaten sowie Tiernahrung. Im Exportwert bleibt allerdings von zuletzt 11,8 Milliarden Euro ein Embargo-Minus von 47 Prozent.

Die EU weist darauf hin, dass die vom Embargo betroffenen Hauptprodukte wie Schweinefleisch, Molkereiprodukte sowie Obst und Gemüse lämngst andere Absatzkanäle gefunden haben. Einfuhren aus Russland liegen mit 905 Millionen Euro generell niedrig und fielen sogar noch um neun Prozent. Der Handelsbilanzüberscuss auf dem Agrarmarkt ist seit dem letzten Jahr um 905 Millionen auf 4.940 Milliarden angestiegen.

Lesestoff:

[1] Zwischenbilanz Russlandembargo: https://herd-und-hof.de/handel-/zwischenbilanz-russlandembargo.html

[2] Liste von Agrargütern, die vom Embargo betroffen sind: https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Markt-Handel-Export/_Texte/Einfuhrverbot-Russland.html

Roland Krieg; Grafik: DG AGRI

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