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EU genehmigt Bunge-Übernahme von Mannheim Bio Fuels

Handel

Biokraftstoffsektor bündelt Kräfte

Im Oktober beklagte die Diester International SAS in Paris die Kehrtwende in der europäischen Biokraftstoffpolitik, als die EU in ihrem Vorschlag das Ausbauziel auf fünf Prozent bis 2020 halbierte [1]. Die Firma hatte ihre Infrastruktur und Kraftwerksanlagen auf das ursprüngliche Ziel von 10 Prozent Anteil Biokraftstoff begonnen auszulegen. In Frankreich beträgt der Anteil an Biokraftstoffen aktuell sogar sieben Prozent, was einem Rückbau bestehender Anlagekapazitäten bedeuten könnte.
2010 hat die Diester International rund 853.000 Tonnen Biodiesel und 79.000 Tonnen Glycerin in sechs Produktionsanlagen hergestellt und damit 868 Millionen Euro Umsatz erzielt.
Eine der Produktionstöchter ist die Mannheimer Bio Fuel, die aktuell rund 100.000 Tonnen Biodiesel aus Raps herstellt und, strategisch günstig am Oberrhein gelegen, den Biosprit entlang der Rheinschiene an seine Kunden verteilen kann. Eine weitere Tochter ist die in Österreich produzierende Novaol Austria.

Bunge erhöht den Anteil

40 Prozent an Diester Industrie wird derzeit von Bunge gehalten. Johann Peter Wolfgang Bunge hatte 1818 in Amsterdam seinen internationalen Getreidehandel gegründet, der heute zu einem Weltkonzern für Soja, Raps und Sonnenblumen geworden ist und Eiweißfuttermittel aus der Biodieselerzeugung verkauft. Bunge hatte bei der EU Interesse an der Mannheim Bio Fuel und der Novaol Austria bekundet und am Mittwoch die Genehmigung zur Übernahme der Biodieseltöchter von Diester für die Stärkung der Biodieselsparte erhalten.

Lesestoff:

[1] EU-Biotreibstoffziele erneuert

Roland Krieg

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