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EU-Ukraine-Handel intensiviert sich

Handel

EU öffnet Handel für ukrainische Produkte

All Seeds

Am 01. Januar 2016 trat das Abkommen über eine „Vertiefte und umfassende Freihandelszone“ (DCFTA) mit der Ukraine in Kraft. Beide Seiten wollen im Zeitablauf von zehn Jahren ihre Zölle um über 97 Prozent abbauen. Für den Bereich Landwirtschaft könnte die Ukraine mit ihrem Schatz an fruchtbarem Boden Exporte in Höhe von 330 Millionen Euro generieren und noch einmal 53 Millionen für verarbeitete Lebensmittel. Die Einnahmen sollten der Modernisierung des Agrarsektors zugutekommen. Die EU gewährte freiwillig vorab schon Handelserleichterungen. Seit dem 01. Oktober wurde der nächste Schritt realisiert und setzt die autonomen Handelsmaßnahmen in Kraft. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und die ukrainische Wirtschaftsministerin Nataliya Mykolska gaben am Freitag eine gemeinsame Stellungnahme heraus: „Das ist ein gute Nachricht für die ukrainische Exportwirtschaft. Einige wichtige landwirtschaftliche und gewerbliche Erzeugnisse erhalten einen besseren Zugang zum EU-Markt, weil sie jetzt zollfrei ausgeführt werden können.“

Die Ukraine kann jetzt größere Mengen an Weizen, Gerste, Mais, Hafer sowie Gerstengrieß und Gerstenpellets in die EU ausführen. Künftig sollen Tomaten und Honig sowie Traubensaft hinzukommen. Die nächsten Handelserleichterungen für Gerste, Weizen und Mais treten am 01. Januar 2018 in Kraft.

Die Wirtschaft der Ukraine wird in diesem Jahr um zwei und im nächsten Jahr um drei Prozent wachsen. Spannungen in der Ostukraine und Handelsrestriktionen in den Separatistengebieten verhindern nach Analyse von Germany Trade & Invest (gtai) höhere Zahlen. Reformerfolge der letzten Jahre haben immerhin zu dem erwarteten Wachstum geführt.

In diesem Jahr startete das Großprojekt zur Produktion von Sojaöl in Yunhny (Foto). Die ukrainische Firma All Seeds baut für 200 Millionen US-Dollar bis 2019 eine zweite Erweiterung für 5.000 Tonnen am Tag. Rechtzeitig zum Saisonstart am 21. August wurde die Sanierung der ersten Anlage mit 2.200 Tonnen am Tag fertig. In Odessa ist ein Projekt zur Verarbeitung von Sojabohnen zu Sojaextraktionsschrot für 150 Millionen US-Dollar in Vorbereitung. Im nächsten Jahr wird das Holzverarbeitungskombinat Korosten für 220 Millionen US-Dollar fertig sein.

Die Zeitschrift „Markets International“ allerdings beschreibt den Zoll in der öffentlichen Verwaltung als „eine der korruptesten Stellen“. Seit einem Jahr gibt es als Pilotprojekt ein so genanntes „Single Window“ an einigen Zolldienststellen, das die Zusammenarbeit der verschiedenen Behörden verbessern soll.

Roland Krieg; Foto: All Seeds

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