Menü

Export ist ein Ventil für die Ernährungsbranche

Handel

Wachstum Binnenmarkt schwieriger als bei Drittstaaten

Im letzten Jahr blieb die Ernährungsindustrie auf stabilem Kurs. Nach Hochrechnungen der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hat die Branche 2013 einen Umsatz von 174,5 Milliarden Euro erzielt. Das Wachstum von drei Prozent war vor allem preisbedingt – mengenmäßig stieg das Wachstum nur um 0,4 Prozent.

Genau das macht der Branche zu schaffen: Der Binnenmarkt wächst nicht mehr und Produkte müssen besondere Qualitäten aufweisen und als innovativ gelten. Umsatzsteigerungen seien nur noch wertmäßig umzusetzen. Dieser zunehmende Wettbewerbsdruck forciert die Konsolidierung, bei der vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen unter hohen Preisen für Rohstoffe, Energie und Transport leiden. Dadurch fehlt es vielen Unternehmen an Investitionskapital.

Höhere Preise im Handel seien kaum durchzusetzen, erklärte BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff. Die internationalen Preise drückten auch auf den deutschen Markt und die Handelskonzentration ist sehr hoch.

Die Lebensmittelpreise sind zwar in den letzten Monaten gestiegen, aber die BVE weist darauf hin, dass deren Teuerungsrate unter der von anderen Marktsegmenten liegen. Die Zeiten, dass Lebensmittelpreise eine Inflationsbremse waren, sind vorbei.

Das einzige Ventil für die Produktion ist der Export. Mittlerweile verdient die Branche jeden dritten Euro im Ausland und hat mit 53,9 Milliarden Umsatz im Jahr 2013 eine neue Höhe erreicht. Export ist aber kein Selbstläufer. Das Wachstum auf den Märkten jenseits der deutschen Grenze bleibt mit 5,2 Prozent unter dem Niveau der Vorjahre. Die Exportbranche leidet unter der wirtschaftlichen Schwäche der Euroländer und zunehmenden Handelsrestriktionen bei Drittstaaten. Erfreuliche Trends zeigen sich dort, wo eine aufstrebende Mittelschicht ihre Konsumlaune kauffreudig umsetzen kann.

Der Blick nach vorn ist demnach zwiespältig. Energiepreise, hohe Kundenanforderungen, harter Wettbewerb sowie Lohn- und Steuerpolitik erschweren die Bedingungen für 2014. Doch eine insgesamt niedrige Inflation und gute Einkommensaussichten bei den deutschen Konsumenten sowie positive Signale aus den Drittstaaten lassen die Branche insgesamt optimistisch auf das Jahr 2014 blicken.

Allee des Wissens

Auf der Grünen Woche präsentiert die BVE zusammen mit dem Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) die „Allee des Wissens“. Eigentlich kann sich die Branche auf die Verbraucher verlassen, denn 90 Prozent sind mit Qualität und Vielfalt bei mehr als 170.000 Produkten zufrieden. Dennoch leidet die Branche unter „tendenziösen und haltlosen Anfeindungen“ mancher Organisationen. Daher kann sich der Verbraucher in der Halle 4.2 am Stand 200 in der „Allee des Wissens“ über die Möglichkeiten der industriellen Lebensmittelproduktion informieren. Im Fokus stehen Sicherheit, Kontrolle und Hygiene, die in einer Sonderschau thematisiert sind.

Roland Krieg; Fotos: roRo

[Sie können sich alle Artikel über die diesjährige Grüne Woche mit dem Suchbegriff „IGW-14“ anzeigen lassen]

Zurück