Exporterfolg bei Schweinepfoten
Handel
Ostendorff kritisiert „Exporterfolge nach China“
Im September reiste Staatssekretär Peter Bleser aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium nach China. Das Reich der Mitte gilt nach wie vor als künftiger Absatzmarkt und kann als Exportventil nach dem Embargo durch Russland angesehen werden. Die Reise war nicht unerfolgreich [1], zumal Mitte November ein Veterinärabkommen folgte, dass Bleser mit dem chinesischen Vizeminister Wu unterzeichnete. Dabei sind der Export von Pferden und die Anerkennung von Nebenprodukten der Schweinefleischerzeugung gelungen. Ob aber die Ziele der Öffnung neuer Märkte am Ende wirklich erreicht werden bezweifelt Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen.
Der Milchexport nach China ist um die Hälfte auf 11.000 Tonnen im Monat gefallen und auch bei Schweinefleisch sind keine Steigerungsraten zu verzeichnen. Weil die Schweinehalter schon seit längerem unter Tiefpreisen leiden [2], scheine auch das Ventil Exportmarkt für die Sicherung der Betriebe zu versagen.
Bei den Gesprächen mit China ging es nach Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth um zwei Abkommen. Einmal um den Export von Sportpferden. 2011 wurden lediglich fünf Pferde nach China exportiert. Die Zahl stieg in den beiden Folgejahren über 49 auf 51 und nun auf 72. Darunter waren 40 Sportpferde für die Jugendolympiade. Die Pferde müssen den Statuten nach vom Ausrichter gestellt werden. Deutschland sei führend bei der Ausbildung und Zucht von Reitpferden, so dass auch dieser Bereich zur Stärkung des Agrarbereiches zählen darf.
Das Veterinärabkommen habe die so genannte Pfotenverordnung geregelt. Schweinepfoten werden in China gerne gegessen und hatten vor mehr als 50 Jahren auch einen Markt in Deutschland. Das Abkommen regelt Gewinnung und Behandlung der Schweinsfüße, damit sie nach China verkauft werden dürfen. Flachsbarth zeigte sich erfreut, dass Tiere auf diese Weise restlos verwertet werden können. Derzeit liegt ein Container mit Schweinsfüßen allerdings auf Reede und darf seit acht Wochen nicht ausgeladen werden. Das sei ein individuelles Problem eines Exporteurs und das Bundeslandwirtschaftsministerium versuche derzeit ihn zu unterstützen, erklärte Flachsbarth.
Lesestoff:
[2] Schweine: Stabil in der Talsohle
Roland Krieg