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Faire Woche – faire Preise

Handel

Neuer fair gehandelter Kaffee auf dem Markt

>Das bei den Deutschen beliebteste Genussmittel ist Kaffee. Weltweit gibt es rund 25 Millionen Kaffeebauern, denen es seit Jahren aber immer schlechter geht. 2003 sank der Kaffeepreis auf ein Jahrhunderttief. Anfang der 90er Jahre erzielten die Exporteure noch 10 bis 12 Milliarden Dollar mit dem nach Erdöl wichtigsten Handelsgut - jetzt ist es nur noch die Hälfte. In Kolumbien steigen viele Bauern aus der Kaffeeproduktion aus, weil die Weltmarktpreise teilweise unter den Produktionskosten liegen. Plantagenarbeiter können sich nicht gewerkschaftlich organisieren und auch Kinderarbeit wird durch die niedrigen Erlöse forciert.

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Mittlerweile haben selbst die „Global Player“ auf dem Kaffeemarkt bemerkt, dass es an der Zeit ist etwas zu unternehmen. Rund 80 Prozent der Kaffeeindustrie und der Anbauländer haben den „Common Code for the Coffee Community“ beschlossen, der Standards anbietet, Kinderarbeit zu verbieten, Gewerkschaften zuzulassen und kleinen Kaffeebauern den Markzugang zu erleichtern. Die Projektführung liegt bei der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und vereint die fünf größten Anbauländer Brasilien, Mexiko, Vietnam, Kolumbien und Indonesien, die Kaffeekonzerne Sara Lee, Kraft Foods und die Hamburger Neumann Kaffee Gruppe, sowie die großen Röster Nestlé und Tchibo. Nur die amerikanische Procter & Gamble steht noch außen vor. Dieter Overath, Geschäftsführer von Transfair geht der Kodex nicht weit genug, weil vor allem die Preisgarantien fehlen. GTZ-Projektmananger Carsten Schmitz-Hoffmann sagte in der taz, dass mit dem Projekt vor allem „die 97 Prozent Mainstream“ der Verbraucher erreicht werden sollen.

CaféPlus
Seit 30 Jahren hingegen setzt sich bereits www.brot-fuer-die-welt.de für einen gerechten Welthandel ein. Heute beginnt die Aktion faire Woche, zu der die evangelische Hilfsorganisation zusammen mit der „gepa Fair Handelshaus“ CaféPlus auf dem Markt bringt. Die fairen Welthändler zahlen den Kaffeeanbauern einen Preis, der teilweise mehr als doppelt so hoch ist wie der aktuelle Weltmarktpreis ist. Damit können die Produzenten auch auf ökologischen Anbau umstellen und kleinere Plantagen in Mischkulturen integrieren. Der Rohkaffee für CaféPlus stammt aus sechs Kooperativen aus Guatemala, Peru, Uganda, Tansania und Mexiko. Mehrere tausend Kleinbauern sind darin organisiert. Bei der Verpackung wurde auf die übliche Aluminiumschicht verzichtet und eine aromaschutzverstärkte Kunststoffkombination gewählt. Diese Verpackung ist energiesparender hergestellt und kann komplett recycelt werden.

Gewinn durch Ökolandbau
Auf Costa Rica konnten Biologen der kalifornischen Stanford University zusammen mit dem World Wildlife Fund zeigen, dass Wälder neben Kaffeeplantagen einen Zusatzgewinn von rund 60.000 US-Dollar bescheren („Proceedings of the National Academy of scienes“ (PNAS, 2004; 101; 12579-12582). Die Finca Santa Fe wird von Wäldern flankiert in denen neben einheimischen auch verwilderte Bienen (Apis mellifera) leben. Ihre effektive Bestäubung der Kaffeesträucher steigert deren Fruchtansatz um 20 Prozent. Der Anteil “Perlbohnen” sinkt im Einzugsbereich der Bienen um 27 Prozent. Das sind die Bohnen, die auf Grund mangelnder Bestäubung nur eine Samenanlage ausbilden. Damit erzielt der Wald über die Kaffeeplantage einen höheren Ertrag als seine typische Rodung für Viehweiden. Voraussetzung ist die Erhaltung ökologischer Mischsysteme und Verzicht auf Pflanzenschutzmittel.

Wasser zum Kaffee
Kaffee gilt als Flüssigkeitsräuber, weshalb in südlichen Ländern das Glas Wasser zum Kaffee auch eine sinnvolle Tradition ist. Mittlerweile gibt es allerdings auch bereits andere wissenschaftliche Untersuchungen, die keine negativen Auswirkungen auf die Flüssigkeitsbilanz attestieren. Koffeinhaltige Getränke sind nach Ansicht der Autoren um AC Grandjean (Journal of the American College of Nutrition 19(5), 591-600) auf die Flüssigkeitsbilanz anzurechnen. Allerdings hängt das auch von der Kaffeemenge ab, die getrunken wird. Ab 300 mg Koffein steigt auch bei Personen, die regelmäßig Kaffee trinken, die Urinproduktion und damit der Wasserverlust an. Das haben die Autoren RJ Maughan und J Griffin im Journal of Human Nutrition and Dietetics (2003, 16, 411-420) ermittelt. Das entspricht einer Menge von vier Tassen Kaffee.

VLE

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