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Fleisch und Lavendel aus Bulgarien

Handel

Phil Hogan macht Bulgaren Mut

EU-Agrarkommissar Phil Hogan weilte am Freitag erstmals in Bulgarien. Unter anderem traf er mit der Landwirtschaftsministerin Desislava Taneva zusammen und sprach sowohl in der EU-Vertretung in Sofia als auch vor dem Agrarausschuss des bulgarischen Parlamentes.

Ländliche Entwicklung und Stärkung des sozialen Kontextes waren die Hauptpunkte seiner Reise. Ein Drittel der europäischen Bevölkerung lebt an der Armutsgrenze und ist von sozialer Ausgrenzung bedroht. In Bulgarien ist mit 48 Prozent der Bevölkerung der höchste Anteil betroffen; gefolgt von Rumänien (40 %), Griechenland (35,7 %), Lettland (35,1 %) und Ungarn (33,5 %).

Vor gut zwei Wochen hat Bulgarien als 8. Mitgliedsland 100 Millionen Euro an die Europäische Investmentbank (EIB) überwiesen, bevor sie die ersten Programme für den ländlichen Raum ausformuliert hat. Der Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI) sei das „Herzstück“ des Investitionsplans von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und soll Marktversagen kompensieren. In der EU-Vertretung bezeichnete Hogan die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) als Hebel für die Teilhabe an der europäischen Wirtschaft und ihren Export-Möglichkeiten beim weltweit wachsenden Bedarf an Lebensmitteln. Jungen Landwirten und Verarbeitern fehle es nicht an Kapital, sagte Hogan - sondern es mangele an fehlendem Risiko-Kapital.

Im Agrarausschuss sagte er, Europa sei nicht mehr auf den russischen Markt angewiesen. Bulgarien habe mit Würsten und Rosenöl hochwertige Agrarprodukte, die auch international auf anderen Märkten von Interesse sind.

Sein Besuch offenbarte die Spannbreite der bulgarischen Möglichkeiten. Zusammen mit Premierminister Boyko Borissov nahm er an einer Eröffnung einer Fleischverarbeitenden Fabrik in Sofia teil. Aber er besuchte auch die „Initiative for Social Empowerment“ (ISE), die im ländlichen Raum marginalisierten Menschen über Ausbildung und Training, das auch mit einer Alphabetisierungskampagne beginnen kann, zu Kleinunternehmer machen will. Im Vordergrund steht die Arbeit mit Frauen. Bulgarien kann innerhalb Europas mit Kräutern wuchern. Von 605 verschiedenen Kräutern der EU wachsen in Bulgarien alleine 421 verschiedene Sorten. Hogan zeigte sich als Unterstützer kommunaler Initiativen, die eine soziale und wirtschaftliche Ertüchtigung durch Ausbildung anstreben. Kräuter und Lavendel können Bulgariens Frauen zu Mini-Unternehmerinnen machen und Einkommen im ländlichen Raum erzielen. Die verschiedenen Pflanzen könnten nicht nur für die EU, sondern auch für den Weltmarkt von Bedeutung werden.

Lesestoff:

www.socialempowerment.org

roRo; Foto: ISE-Webseite

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