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WHO-Generaldirektor stellt sein neues Programm vor

Am Montag hat der vor rund neun Monaten neu gewählte General-Direktor der Weltgesundheitsorganisation WHO das neue Programm vorgestellt, das im Mai förmlich von den Mitgliedsstaaten abgestimmt wird. Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, ehemaliger Gesundheitsminister Äthiopiens, hat das Programm auf fünf Säulen gestellt. Gesundheit für alle, Gesundheitsnotfälle, das Menschenrecht Gesundheit im Rahmen der Sustainable Development Goals, die gesundheitlichen Effekte des Klimawandels und die Erneuerung der WHO.

Die WHO müsse sich verändern, um der Welt eine Gesundheitsorganisation anzubieten, die sie braucht, sagte Dr. Tedros, und nahm damit indirekt Stellung auf den am 01. März 2018 erschienenen deutsch-österreichischen Dokumentarfilm „trustWHO“. Darin wird der Wandel der WHO thematisiert, die 1948 von 61 Staaten gegründet wurde und heute zu 70 Prozent von Stiftungen und der Industrie finanziert wird. Die noblen Absichten der WHO könne sie auf Grund fehlender Finanzierung kaum noch umsetzen, wie der Film beispielhaft an der H1N1-Influenza im Jahr 2009 aufzeigte. Erst durch die im Nachhinein ausgerufene unnötige Pandemiewarnstufe 6 konnten die Pharmafirmen die notwendigen Impfstoffe an die Regierungen verkaufen.

Dr. Tedrosbeschreibt heute eine vergleichbare Situation. Erst durch die in diesem Falle wirkliche Gefahr einer tödlichen Krankheit wie Ebola wurden milliardenschwere Forschungsgelder frei, die zu einem Impfstoff geführt haben. Jetzt, in einer Zeit der Ruhe, müsste präventiv geforscht werden, doch die Dringlichkeitsklasse sei leer, sagte Dr. Tedros.

Dabei seien Gesundheit und Entwicklung nicht nur bei ernsten Erkrankungen sehr eng miteinander verbunden. Wer sich keine Gesundheitsvorsorge leisten kann, de rutscht bei Krankheit schnell in Armut ab. Viren reisen innerhalb von wenigen Stunden um die Welt und die Sicherheit der Menschen ist an das schwächste Glied der Gesundheitsvorsorge gebunden. Daher will die WHO den Weltgesundheitstag am 07. April für den Start einer zweijährigen, weltweiten Kampagne für den Aufbau eines allgemeinen individuellen Gesundheitssystems nutzen. Jedes Land, wie etwa jüngst Kenia, könne das umsetzen. Zu oft sei der politische Wille die Barriere für ein Gesundheitswesen. Um die Agenda 2030 auch ind en Bereichen Armutsbekämpfung zu verbessern, müssen die Länder in die Grundversorgung investieren. Dr. Tedrosbezeichnet das als Zukunftsinvestitionen.

Es geht aber nicht nur um Ebola oder die Spanische Grippe, die 1917/1918 mehr als 50 Millionen Tote gefordert hat. Anfang März hat die WHO ein neues Programm gegen den Tabakkonsum aufgelegt, der weltweit noch immer sieben Millionen Menschen pro Jahr tötet. Zwar haben viele Länder bereits Programme gegen das Rauchen aufgelegt, doch könnten noch mehr getan werden.

Roland Krieg

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