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Hamburger Hafen baut in Chittagong

Handel

Containerhafen in Bangladesch geplant

Masterplan Chittagong Containerterminal

Chittagong ist die Hafenstaat in Bangladesch, die im Golf von Bengalen rund 90 Prozent der Ein- und Ausfuhren des Landes über See umschlägt. In den letzten sechs Jahren wies das Land ein Wirtschaftswachstum von jährlich sechs Prozent auf und Chittagong platzt aus allen Nähten. Ein neuer Containerterminal soll den wachsenden Güterumschlag effizienter gestalten. Der lokale Partner KS Consulting Dhaka hat zusammen mit der HPC Hamburg Port Consulting, einer Tochter der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) sowie der Hamburger Ingenieursgesellschaft Sellhorn den Masterplan erstellt, der durch die Asian Development Bank finanziert wurde. Die Ausbaukosten werden auf 1,9 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Die Chittagong Port Authority hat den drei Partnern jetzt den Auftrag für eine Machbarkeitsstudie gegeben, das „Bay Terminal“ umzusetzen. Die Hafenanlage für Container soll an der Küste in der Nähe der bestehenden, rund 16 Kilometer im Inland liegenden Hafenanlage entstehen.  

Das Projekt soll die Transportkosten von und nach Bangladesch deutlich reduzieren, hofft Mahbubul Alam von der Handelskammer in Bangladesch. Für HPC ist das nicht die erste Mitarbeit an südasiatischen Häfen und kann nach HPC-Geschäftsführer Felix Kasiske auf praktische Expertisen verweisen. So hat die HPC beispielsweise jüngst das Projekt „Energie Effizienz“ für den Hafen Singapur erfolgreich abgeschlossen.

Bangladesch und China

Mitte Oktober reiste Chinas Parteigeneralsekretär Xi Jinping nach Bangladesch. Im Rahmen des Staatsbesuches vereinbarten die Power Construction Corporation of China und die Bangladesh Economic Zones Authority die Einrichtung einer Sonderwirtschaftszone für die Herstellung von Maschinen und Ersatzteile auf rund 75 Hektar. Bangladesch hofft auf zwei Milliarden US-Dollar Investitionen und 100.000 Arbeitsplätze. Die „Mirsarai Economic Zone“ ist insgesamt rund 380 Hektar groß.

Die Chinesen haben ebenfalls einen Vertrag für die Einrichtung von Energieprojekten aus Sonne und Wind mit einer Leistung von 1.000 MW vereinbart. Die Firma hat bis Ende 2015 schon insgesamt 77 Milliarden US-Dollar in Bangladesch investiert.  China Harbour Engineering baut in Chittagong ein Investitionszentrum für Chinesische Kaufleute auf.

Bangladesch und Indien

Indien und Bangladesch haben im letzten Jahr ihre Streitigkeiten über Grenzlinien zu Wasser und zu Land beigelegt. Streitigkeiten wurden in einer Vereinbarung aus dem Jahr 1974 (Land Boundary Agreement) und in einem Protokoll im Jahr 2011 geregelt. Die Ratifizierung folgte aber erst 2015 als Indiens Premier Narendra Modi nach Bangladesch reiste und damit eine Ära des Handels einleitete. Ein Teil ist die Vereinbarung über die Küstenschifffahrt. Auf der „alten Route“ mussten die Schiffe von Chittagong über Singapur nach Mumbai 3.300 Seemeilen auf die Westseite Indiens reisen. Von dort wurden die Hauptproduktionsstätten von Chennai bis Paradip an der Ostküste über Land beliefert. Die Hafenstädte können jetzt von Chittagong direkt angefahren werden. Bis zum „gegenüberliegenden“ Paradip sind es nur 620 Seemeilen, bis Chennai rund 1.000. Das Containerschiff MV Harbour-1 fuhr am 23. März 2016 von Chittagong nach Krishnapatnam der neuen Vereinbarung voraus.

Roland Krieg; Foto: HHLA

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