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Heizen und Kochen mit Holz

Handel

"Alte" Energiequelle immer beliebter

Hessen ist eines der waldreichsten Bundesländer. Als nachwachsendes Energieholz stehen rund 1,7 Millionen Kubikmeter zur Verfügung, was der Menge von 367 Millionen Litern Heizöl oder dem Wärmeenergiebedarf von 122.000 Einfamilienhäusern entspricht. "Schätzungsweise ein Drittel bis Hälfte des potenziellen Energieholzes verbleiben derzeit ungenutzt in unseren Wäldern", sagte Hessens Umweltstaatssekretär Karl-Winfried Seif bei der Eröffnung der Hessischen Marketingkampagne "Heizen mit Holz-Pellets" vergangene Woche. "Die energetische Nutzung von Holz ist CO2-neutral. Daher gilt es, diesen heimischen Rohstoff und Energieträger verstärkt zu nutzen. Außerdem trägt die Nutzung zur Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und der regionalen Wertschöpfung bei", so Seif weiter.

Wirtschaftlichkeit von Holz
Bei einer Pelletheizung sind gegenüber einer Gas-, Öl- oder Elektrofeuerung die Investitionskosten bei einem Einfamilienhaus bis 30 kW höher. Die Verbrauchskosten allerdings sind pro Jahr bereits niedriger, so dass die jährlichen Kosten inklusive der Betriebskosten von den ausgewählten Heizmöglichkeiten mit 1.878 Euro schon über 100 Euro niedriger liegen als bei Gas, 300 Euro unter Öl und 1.000 Euro weniger als bei der Elektroheizung, die zwar keine Betriebskosten, aber mit Abstand die höchsten Verbrauchskosten aufweist. Bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 20 Jahren und gleichzeitiger Inanspruchnahme der Fördermöglichkeit sei der Kapitaldienst mit rund 1.000 Euro genauso hoch wie bei einer Ölheizung, rechnete das Ministerium vor. Bei den Betriebskosten wird dabei ein Preis von rund 175 Euro je Tonne zugrunde gelegt.
Die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe (FNR) kann zudem auf die Klimaschutzvorteile von Holz verweisen. In einem Einfamilienhaus wird durch die Umstellung von Heizöl auf Pellets der CO2-Ausstoss um 5 Tonnen pro Jahr verringert. Bei einer Umstellung von einer Gasanlage rechnet die FNR mit 2,5 Tonnen Ersparnis. Zusätzlich verringert sich der Ausstoß von Schwefeldioxid, das den Regen versauert und zum Waldsterben führt.
Holzpellets werden heutzutage mit einem Tankwagen geliefert, der sie mit einem Schlauch problemlos und staubfrei in den Lagerraum bringt. Auf Wunsch ist auch Sackware lieferbar. Bei einer durchschnittlichen Heizlast von 10 kW für ein Einfamilienhaus werden rund neun Kubikmeter Lagerraum beansprucht. Bei einer Deckenhöhe von 2,50 m ergibt das eine Grundfläche im Keller von 3,6 qm.

Regionale Wirtschaft
Das hessische Ministerium stellt für eine Marketing- und Informationskampagne in diesem Jahr 50.000 Euro zur Verfügung. Damit sollen, so Seif, regionale Wirtschaftskreisläufe geschaffen und Arbeitsplätze gesichert werden. Die Sägewerke im Odenwald stehen vor einer kritischen Situation und suchten nach neuen Absatzpotenzialen. Die Betriebe habe sich zur Holzenergie Odenwald GmbH & Co. KG zusammen geschlossen und investieren in die Erzeugung von Holzpellets. Geschäftsführer Michael Monnheimer berichtete von 100prozentigen Umsatzsteigerungen und will die derzeitige Auftragslage von einer Tonne/Stunde stabil halten. Die Holzenergie Odenwald rechnet bei Aufnahme eines Mehrschichtbetriebes mit 300 wohnsitznahen Arbeitsplätzen in den Sägewerken.

Kochen mit Holz
Holzpellets können mittlerweile auch direkt im Herd eingesetzt werden. Die Firma Glutos Metalltechnik aus dem sächsischen Crimmitschau bei Zwickau hat eine neue Baureihe von Küchenherde entwickelt.
In ländlichen und waldreichen Gebieten ist das Kochen auf dem Holzherd auch heute noch weit verbreitet. Menschen, die für ihren Haushalt auf etwas Besonderes Wert legen, haben nun die Möglichkeit einen Holzherd mit Sichtfenster in die Küche zu stellen. Bei den Emissionen müssen auch Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoff und Staub berücksichtigt werden. In Zusammenarbeit mit der FNR erzielen die Glutos-Herde bei allen Schadstoffgruppen die niedrigsten Werte. Die Herde können sich mit Hilfe eines Zusatzmoduls mit Verbrennungsluft von außen versorgen und so raumluftunabhängig arbeiten. Dann sind sie auch für Passivhäuser oder sanierte Stadtgebiete geeignet, in denen die Frischluftzufuhr aufgrund besser abgedichteter Fenster und Türen deutlich geringer ist als in Altbauten.

Qualitätspellets
Wer Pellets schon einmal gesehen hat, der kann auch bald die Pelletqualität der kleinen Stabrundlinge einschätzen. Je glänzender und glatter die Oberfläche ist, desto besser ist die Qualität. Das gleiche gilt für wenige Längs- und Querrisse, geringen Staubanteil und einheitlicher Sortierung. Geben Sie Pellets in ein Glas mit Wasser: Bleibt die Verfärbung nach längerer Wartezeit bestehen, dann spricht das für Zusatzstoffe, die eigentlich nicht vorhanden sein dürften. Der beliebte Hinweis, dass hochwertige Pellets in Wasser untergehen, stimmt zwar, aber die FNR verweist darauf, dass Pellets mit geringerer Qualität auch versinken.

Studieren Sie die Links für nachwachsende Rohstoffe unter www.bio-energie.de; die Herde unter www.glutos.com und die hessische Marketingkampagne unter www.holzpellets-hessen.de.

roRo

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