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Hier kocht der Chef persönlich

Handel

„Das schönste Bundesland“ auf der IGW

Mit dem Motto „25 Jahren Mecklenburg-Vorpommern“ ist das Küstenland auf der Grünen Woche präsent. Das „schönste Bundesland“, so die Eigenwerbung im Landwirtschafts-ministerium, empfängt nicht nur im Sommer Gäste von Rhein und Ruhr, Berlin oder dem Alpenland. In einigen Regionen gibt es kaum mehr als 17 Einwohner pro Quadratkilometer. Der Abwanderungsverlust ist groß, das Land daher selbstredend landwirtschaftlich geprägt. Die Verbindung zum Tourismus wurde kontinuierlich ausgebaut, was sich im Messeauftritt widerspiegelt. Von der Piratenbar bis zum Verein Landurlaub über diverse Spezialitäten von der Küste oder den Binnenseen bis hin zur Forschung über die Lupine. Der Besuch in der Halle 5.2 ist eine kleine Reise in das Küstenland.

Nicht ganz 25 Jahre ist Dr. Till Backhaus im Amt. Viel fehlt aber nicht mehr. Der dienstälteste Agrarminister und Sprecher der SPD-geführten Länder in der Agrarministerkonferenz lässt es sich in diesem Jahr daher nicht nehmen, nicht nur zum Ländertag in Berlin zu sein, sondern auch „nebenbei“ mitten dran am Herd.

Passend zum Berliner Grüne-Woche-Wetter bereitete er Graupen mit handgeschnittenen Möhrchen und anderen Gemüsen vor.

Besuchermagnet

Mit Verlaub: Möglicherweise sind es nicht allein die Kochkünste des Ministers gewesen, die für eine positive Halbzeitbilanz gesorgt haben. Die Aussteller und das andere Programm sind als Bausteine der Messebeteiligung nicht zu verachten. Mehr als 180.000 Besucher schlenderten durch die Halle und die Aussteller zeigten sich mit dem Abverkauf zufrieden. Die Marktplatzatmosphäre lud mit Sitzgelegenheiten auch zum längeren Verweilen in der Halle ein.

Bisher wurden mehr als 9.000 Fischbrötchen, 2.500 Würste und mehr als 150 Fass Bier sowie 1.500 Liter Säfte und Limonaden verzehrt. Nach sieben Jahren Grüne Woche konnte MV bald eine eigene Halle belegen und teilt sich in diesem Jahr den Platz mit den „Nachbarn“ aus Baden-Württemberg.

Masterplan Landwirtschaft

Ein Jahr später als geplant, aber pünktlich zur Grünen Woche hat das Ministerium den Masterplan „Aktionsprogramm nachhaltige Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommern 2015“ vorgelegt. Dr. Backhaus kritisiert, dass die Dialogbereitschaft zwischen den Akteuren nachlässt. Die Diskussionen bei den Themen „Landnutzern und Landschützern oder Tierhaltern und Tierschützern“ spitze sich zu. Backhaus appelliert: „Man muss alle beteiligten mitnehmen und kann nicht einfach nur noch darauf abzielen, Recht zu bekommen. Andere Meinungen müssen auch ertragen werden können.“ [1]

So wird es weiterhin um das Thema Bestandsobergrenzen gehen. Die Landesregierung fördert keine Anlagen mehr, die nicht über eine Fläche verfügen. Um Image geht es auch bei den Tierbeständen. Sie sind punktuell konzentriert, aber auf der Landesfläche bezogen weit unter Bundesdurchschnitt. Bei den Obergrenzen allerdings ist der Bund gefragt, der über die SPD dieses Thema und den „Tierschutz-TÜV“ durchbekommen will.

Kritisch bleit auch das Thema Bodenvergabe. Das Land hat keinen Einfluss auf die Verkaufsmodalitäten und verkauft auch kein Land. Es verpachtet höchstens. Die Verpachtung ist an Kriterien wie Arbeitsplätze und Wertschöpfung gebunden.

Lesestoff:

Den Masterplan finden Sie auf der Seite des Ministeriums: www.regierung-mv.de -> Landwirtschaftsministerium

Roland Krieg

[Sie können sich alle Artikel über die diesjährige Grüne Woche mit dem Suchbegriff „IGW-15“ anzeigen lassen]

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