Jeder will sein Gas behalten

Handel

Bäckerverband schürt falsche Ängste

Spätestens seit dem EU-Notfallplan zur Gasversorgung im kommenden Winter fangen die einzelnen Branchenverbände mit dem Trommeln an, wie unverzichtbar und wie unmöglich ein Gasverzicht oder eine Einschränkung in der Gasversorgung sei.

Der Verband Deutscher Großbäckereien hat in der vergangenen Woche davor gewarnt, dass bei einer Abschaltung der Gasversorgung von Bäckereien in Wohngebieten, wo Betrieb und Bevölkerung an der gleichen Versorgungsleitung hängen, die Abschaltung der Bäckerei die Wohnbevölkerung in Mitleidenschaft ziehe, weil der Druck in der Leitung nachlasse.

Die Überlegung gilt technisch gesehen nicht nur für Bäckereibetriebe, sondern für alle gewerblichen Einzelkunden, die im Wohngebiet angeschlossen sind und keine eigene Versorgungsleitung haben.

Doch die Bundesnetzagentur „sieht keine Gefahr für einen Druckabfall bei Lastbezugsreduktionen bei Einzelkunden.“  Dort hat Herd-und-Hof.de nachgefragt, wie es sich in so einem Falle verhält. Im Gegenteil: „Das Verfahren der Abschaltungen sollte aufgrund von Wartungszeiten (oder Betriebsferien), in denen die Anlage nicht genutzt wird, bekannt sein. Einem Druckabfall kann beispielsweise durch einen höheren Vordruck im Netz entgegengewirkt werden. Jeder Letztverbraucher ist gehalten eigenverantwortlich die Anweisungen zur Lastbezugsreduktion umsetzen.“

Das beantwortet natürlich nicht die Frage der Systemrelevanz, rückt aber falsches Bangemachen in das richtige Licht.

Roland Krieg

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