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Kaiser´s – Edeka vor dem Aus

Handel

Monopolkommission lehnt Kaiser´s-Fusion ab

Karl-Erivan Haub wird sich langsam von der erhofften Fusion zwischen Kaiser´s und Edeka verabschieden müssen. Vor der Ministererlaubnis und nach der Absage des Bundeskartellamts war ein Sondergutachten der Monopolkommission ein wesentlicher Schritt, die Verknüpfung doch noch zu genehmigen. Die Monopolkommission hat dem Tengelmann-Chef am Montag einen Strich durch die Rechnung gemacht und hält die Fusion für nicht empfehlenswert.

Die Gemeinwohlvorteile wiegen die Wettbewerbsbeschränkungen nicht auf, urteilt das Gutachten. Und die sind auf den Absatz- und Beschaffungsmärkten „erheblich“. Auch glauben die Gutachter nicht an eine Arbeitsplatzsicherung. Selbst wenn Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel die Erlaubnis geben würde, könnte Edeka langfristig nicht mehr Arbeitsplätze erhalten als in Alternativszenarien.

Die Monopolkommission geht sogar noch einen Schritt weiter als das Bundeskartellamt. Unter bestimmten Auflagen hätten die Bonner dem Deal zustimmen können [1]. Die Monopolkommission ist eindeutig: „Die Ministererlaubnis sollte auch nicht mit Bedingungen und Auflagen erteilt werden“. Die Veräußerung von Unternehmensteilen wäre zwar mit dem Gesetz vereinbar, „würde aber nach Einschätzung der Monopolkommission nicht dazu führen, dass die Gemeinwohlgründe die Wettbewerbsnachteile aufwiegen.“

Sigmar Gabriel ist an die Empfehlung der Monopolkommission nicht gebunden. Doch die Faktenlage verdichtet sich. Katharina Dröge, Sprecherin für Wettbewerbspolitik bei Bündnis 90/Die Grünen glaubt, „Gabriel wäre gut beraten, sich der Einschätzung des Bundeskartellamts und der Monopolkommission anzuschließen.“ Die Marktkonzentration im Lebensmitteleinzelhandel sei schon jetzt zu hoch. Verlierer wären Verbraucher und Zulieferer durch eine sinkende Auswahl.

Lesestoff:

Das Sondergutachten im Volltext finden Sie unter www.monopolkommission.de

[1] Keine Schnellschüsse bei Kaiser´s

roRo

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