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Kanadier geben mehr Geld für Lebensmittel aus

Handel

Es zählen Qualität, Service und Preis

Am Vorabend der CETA-Umsetzung hat Germany Trade & Invest (gtai) einen Blick auf die kanadischen Konsumenten geworfen. Mit seiner Kaufkraftparität liegt Kanada nach Analyse des IWF auf dem 20. Platz und nur knapp hinter Deutschland auf Platz 18. Die Kanadier konsumieren gern und haben im letzten Jahr zwei Prozent mehr Ausgaben getätigt, was auch für dieses Jahr prognostiziert wird. Allerdings steigen die Ausgaben seit einiger Zeit stärker als die Einkommen, weswegen die Verschuldung der Haushalte wächst. Der Ölpreisverfall hat auch die Kanadier getroffen. Die Bank of Canada erwartet für dieses Jahr eine Erholung.

Einkommen und Einkaufsverhalten variieren stark zwischen den einzelnen Provinzen. In Alberta und New Brunswick liegen die Konsumausgaben bei 76.535 und 50.190 kanadischen Dollar pro Kopf und Jahr. Das meiste Geld geben die Kanadier für Wohnraum inklusive Nebenkosten aus (17.500 kan$ im Jahr 2015). Es folgt der Bereich Transport mit 11.761 und auf Platz drei der Lebensmittelbereich mit 9.965 kann$. Der Konsum von Nahrungs- und Genussmittel ist mit einem Plus von 6,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr am stärksten gestiegen.

Kanada ist ein Einwanderungsland. In den multikulturellen Ballungszentren gelten die Verbraucher tendenziell als offener und experimentierfreudiger als auf dem Land. Dort ist die Akzeptanz „exotischer“ Produkte höher und bietet Absatzchancen für Produkte „Made in Germany“. Delikatessen im höherpreisigen Segment haben dort mehr Chancen als auf dem Land. Auch wenn die Kaufentscheidung im Wesentlichen vom Einkommensniveau abhängt, legen die Verbraucher  vor allem Wert auf Qualität, Service und Preis.

Bevorzugte Einkaufsstätten sind Supermärkte, wobei mittlerweile auch der Discount aufholt. Der Einzelhandel hat im letzten Jahr mit einem Plus von vier Prozent 532 Millionen kan$ umgesetzt. Drogeriemärkte besitzen ein begrenztes Sortiment an Lebensmitteln, die General Merchandise Stores hingegen gelten als Vollsortimenter. Immer beliebter wird der Online-Handel – allerdings im Non-Food-Bereich.

roRo

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