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Kartoffeln emotional vermarkten

Handel

Kartoffeln: Am Frischemarkt geht noch mehr

Die Herbstbörse des Deutschen Kartoffelhandels-Verbandes DKH stand Anfang Oktober in Hamburg ganz im Zeichen der aktuellen Ernte. Zwar sind noch nicht alle Flächen gerodet, aber mit der Ernte zeigte sich niemand zufrieden.

Mit 10,4 Mio. Tonnen Kartoffeln sei die Erntemenge zwar 16,8 Prozent größer als die historisch kleine Ernte des Jahres 2018, liege aber immer noch rund ein Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, teilt der DHKV mit. Und das, obwohl nach vorläufigen Angaben die Kartoffeln in Deutschland auf rund 276 300 Hektar angebaut wurden. Im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 9,6 Prozent und gegenüber dem mehrjährigen Durchschnitt gar ein Zuwachs von 12,8 Prozent. Hitze und Trockenheit haben erneut einmal mehr ihre Spuren hinterlassen. Mit 13,7 Tonnen pro Hektar liegt der Ertrag 5,8 Tonnen unter dem des langjährigen Mittels.

Die Nachfrage nach Speise- und Verarbeitungsmengen sind nicht gefährdet. Vor allem der Frischebereich im Lebensmitteleinzelhandel zeigt sich nach Oliver Brimmers vom Institut für Handelsforschung in Köln Luft sei ein schnell wachsendes Segment, das auch für die Kartoffel wichtig ist. Neue Fiilialgestaltung, neue Werbebotschaften und Emotionen sprechen Kunden an.

Das sollte der LEH auch für die Kartoffel nutzen. Die Pfälzer Bauern setzen auf ihre Grumbeere, die alljährlich den Weg in die nationalen Schlagzeilen findet [1].  Sonst sieht es aber eher mau aus. Die Österreicher sind saisonal stets da. Aktuell werben Bauern für ihre „Eachtlinge“ aus dem Lungau im Salzburger Land. Der Lungau wirbt mit seinem besonderen Klima und seiner besonderen Vegetation. Daher gibt es die Knollen auch in Ökoqualität.  Nur 200 Lungauer bauen die „Eachtlinge“ an und machen aus den rund 25 Tonnen pro Hektar ein Werbefestival im Handel. Da zahlt sich die Zusammenarbeit mit der „Spar“ aus.

Lesestoff:

[1] Die Grumbeeren sind schon wieder da: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/die-pfaelzer-grumbeeren-sind-schon-wieder-da.html

roRo

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