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Keine Regionalförderung für die Rehau AG

Handel

EU hat Kriterien für die Regionalförderung verengt

Viechtach im Bayerischen Wald nahe der Grenze zu Tschechien war früher „Zonenrandgebiet“. Die Marktanbindung für die Industrie war schwer und nur über höchste Spezialisierung und gute Kontakte möglich. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Helmut Wagner 1948 in einem Nebengebäude der Fränkischen Lederwarenfabrik die Rehau mit einem großen Portfolio an verschiedenen Kunststoffen. So stammten die Haltegriffe und die Trittbretter des VW Käfers aus der Produktion Rehau. Noch heute ist die Firma den Automobilen verbunden und produziert den Seitenaufprallschutz des Citroen Cactus.

Ein Weltunternehmen, das mittlerweile auch mit Biopolymeren im Bereich der Bio-Ökonomie unterwegs ist. Am Standort muss die alte Lackieranlage ersetzt werden, wobei die gleichzeitig die Kapazität verdoppelt wird. Für die Investition muss das Unternehmen rund 50 Millionen Euro aufwenden. Investitionen in Viechtach im Landkreis Regen können über die europäische Regionalförderung mit finanziert werden. Dafür waren vier Millionen Euro vorgesehen.

Doch schon bei der Voruntersuchung am 13. Juni erhob die Kommission dieses Jahres Zweifel, „ob das geplante Produktionsverfahren innovativ genug ist, um als Innovation im Sinne der Regionalbeihilfeleitlinien zu gelten.“ Möglicherweise würde die Firma die Lackieranlage auch so ersetzen.

Die neuen Beihilferegeln der EU gewährt nur noch Produktionsverfahren, die eine wesentliche Änderung gegenüber dem Stand der Technik darstellen, das innovative Element eine deutliche Auswirkung auf den gesamten Produktionsprozess habe oder das innovative Verfahren in dem betreffenden Wirtschaftszweig im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zum ersten Mal anwendet.

Auf Grund dieser Einschätzung hat der Bund auf Wunsch des Unternehmens die Notifizierung  auf Regionalfördermittel zurückgezogen.

Roland Krieg

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