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Klimadialog auf dem Weg nach Bonn

Handel

8. Petersberger Klimadialog

OECD

Heute und Morgen findet der mittlerweile 8. Petersberger Klimadialog in Berlin statt. Seit 2010 bietet das Forum einen informellen zwischenstaatlichen Erfahrungsaustausch über die internationale Klimapolitik. Namenspate war der erste Tagungsort, der Petersberg im Siebengebirge bei Bonn.

In diesem Jahr ist das Besondere der Ort der nächsten UN-Vertragsstaatenkonferenz bei den Klimaverhandlungen: Die COP 23 wird in Bonn stattfinden. Den Vorsitz hat erstmals ein kleiner Inselstaat, der stellvertretend für andere Inseln vom Klimawandel betroffen ist. Premierminister Josaia Voreque Bainimarama wird den 8. Petersberger Klimadialog zusammen mit Bundesumweltministerin Barbara Hendricks eröffnen. Zudem steht das Klima-Thema auf der Agenda der deutschen G20-Präsidentschaft. Ziel der Staaten ist den Temperaturanstieg auf der Erde auf unter zwei Grad Celsius zu halten, wenn möglich auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Eröffnen wird die Tagung Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Rede um 09:00 Uhr. Am 23. Mai stellt die OECD ihre Studie „Investing in Climate, Investing in Growth“ vor. Dabei geht es um die Umsetzung grüner Politik und Lenkung von Investitionsmittel in grünes Wachstum.

Industrie und Zivilgesellschaft haben vor dem Dialog die G20-Staaten zu mehr Rückenwind für die Klimaschutzpläne aufgefordert. Der Petersberger Klimadialog müsse für das G20-Treffen in Hamburg Fundamente für schwierige Verhandlungen legen.

„Die G20-Staaten müssen in Hamburg den Grundstein für eine schrittweise Einführung eines CO2-Preises in den G20-Staaten legen“, forderte Holger Lösch, stellvertretender BDI-Hauptgeschäftsführer. „Wir unterstützen die deutsche Präsidentschaft in ihrem ehrgeizigen Zeitplan für einen zügigen Ausstieg der Weltgemeinschaft aus der ineffizienten Subventionierung fossiler Energien.“ Die G20-Staaten stehen für rund 66 Prozent der Weltbevölkerung und mehr als 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft und CO2-Emissionen.

Christoph Bals, Politischer Geschäftsführer von Germanwatch, drängte auf ein klares Signal für die Umsetzung des Paris-Abkommens von den G20. „Klare, am Paris-Abkommen orientierte Langfristziele, ein stetig steigendes internationales CO2-Preissignal und ausreichend Klimafinanzierung schaffen die Grundlage für die notwendigen Investitionen weltweit. Und sie eröffnen insbesondere den ärmsten und verletzlichsten Menschen und Ländern nachhaltige Zukunftschancen“.  

„Um durch das eigene Beispiel zu überzeugen, sollten die G20-Staaten bis Ende 2018, aber definitiv nicht später als 2020 langfristige nationale Klimaschutzpläne vorlegen. Sie sollten zudem ambitionierte und vergleichbare kurzfristige Klimaschutzziele zusagen und damit einen glaubhaften Anteil an der Erfüllung des Paris-Abkommens übernehmen“, empfahl Ottmar Edenhofer, Direktor des Mercator-Instituts MCC.

Lesestoff:

Die Eröffnung sowie die Konferenz am zweiten Tag wird vom Bundesumweltministerium gestreamt: www.bmub.bund.de/livestream

roRo; VLE; Grafik: OECD

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