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Kohlendioxidgehalt steigt weiter

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CO2-Gehalt auf Rekordniveau

Jedes Projekt im Bereich der Energiewende wird mit eingesparten Kohlendioxidgehalten gegengerechnet und beworben. Regelmäßige Leser erhalten den Eindruck, es geht mit dem Kohlkendioxidgehalt in der Atmosphäre, der Hauptursache der globalen Erwärmung, langsam aber kontinuierlich bergab. Dem schleichenden Gefühl der Besserung setzt das Forschungszentrum der Europäischen Union ein jähes Ende. Weltweit gesehen. Der aktuelle Bericht zeigt, dass der Kohlendioxidgehalt im Jahr 2011 mit 34 Milliarden Tonnen ein neues Allzeithoch erreicht hat und alle Anstrengungen bislang noch nicht zu einem Einhalt der Erwärmung geführt haben. Gegenüber dem Vorjahr stieg der CO2-Gehalt um drei Prozent an.

China hat aufgeholt

In China ist der Ausstoß an Kohlendioxid um neun Prozent auf 7,2 Tonnen pro Kopf und Jahr angestiegen und hat damit die Bandbreite der industrialisierten Länder erreicht, die pro Kopf zwischen sechs und 19 Tonnen pro Jahr emittieren.
Einen gegenläufigen Trend zeigt Europa. Hier sind die Emissionen um drei Prozent auf 7,5 Tonnen pro Person und Jahr gesunken. Die USA bleiben trotz wirtschaftlicher Rezession der Jahre 2008 und 2009, hoher Ölpreise und steigender Nutzung von Erdgas mit 17,3 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf und Jahr an der Spitze der Emittentenliste.
Die Emissionsdatenbank der weltweiten Atmosphärenforschung (EDGAR) zeigt zusammen mit den Daten des weltweiten Energieverbrauches, des Abfackelns von Gas und der Zementproduktion ein kontinuierliches Anwachsen der Emissionen im letzten Jahr. Dem haben auch ökonomisches Schwächeln der OECD-Länder, ein milder Winter und Energiesparmaßnahmen wegen hoher Ölpreise keinen Einhalt geboten.
Abgesehen von den absoluten Zahlen verschieben sich die Anteile. Die OECD-Länder tragen nur noch ein Drittel der Kohlendioxidemissionen bei und China und Indien zusammen ein weiteres Drittel.
Der Anstieg in China ist durch den steigenden Verbrauch an fossiler Energie durch die Bauwirtschaft und Infrastrukturmaßnahmen bedingt. Alleine der Stahl- und Zementbedarf hat den Kohleverbrauch um 9,7 Prozent nach oben getrieben.
Zu den großen Emittenten zählen auch Russland und Japan mit fünf und vier Prozent CO2-Anteil.

Was ist zu tun?

Zwischen 2000 und 2011 haben die Menschen durch ihre Aktivitäten rund 420 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Luft geblasen. Um das Zwei-Grad-Ziel der maximalen Erderwärmung noch zu erreichen, dürfen für den Zeitraum 2000 bis 2050 maximal 1.500 Milliarden Tonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre entlassen werden. Das heißt in einem Fünftel der Zeit wurde das „Soll“ zu einem Drittel bereits erfüllt.
Die Nutzung erneuerbarer Energien hat das Potenzial für die Zielerreichung. Ohne Wasserkraft hat sich der Anteil der neuen Energien zwischen 1991 und 2011 vervierfacht. Sie haben damit im Jahr 2011 einen Anteil von 0,8 Milliarden Tonnen Kohlendioxid eingespart. So viel, wie Deutschland alleine auswirft.

Lesestoff:

Den Bericht „Trends in global CO2-emissions“ finden Sie unter http://edgar.jrc.ec.europa.eu/co2report2012.pdf

roRo

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