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Konsum: Völlig losgelöst

Handel

GfK-Konsumklima beängstigend weiterhin gut

Warum sollte sich die Bahn nicht mit den Lokführern geeinigt haben? Die Forderung der Eisenbahner passt ins Konsumklima, das in diesem Jahr in Deutschland allen Widrigkeiten trotzt und vor Konsumfreude strotzt. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hat am Mittwoch wiederum nur Positives aus den deutschen Einkaufskörben und von den Geschäftskonten zu berichten [1]. Auch das ewig griechische Hü oder Hott, sind sie pleite oder nicht, lassen Geldbeutel und Aufträge nahezu kalt. Die GfK-Parameter Konsumklima, Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung sowie Einkommenserwartung verbleiben auf höchstem Niveau.

Verantwortlich ist die robuste Binnennachfrage, die das positive Konsumklima über die privaten Konsumausgaben bestimmt. Das Konsumklima resultiert aus den Einkommenserwartungen und spiegelt das Verhältnis zwischen Kaufen und Sparen wider.

Die Einkommenserwartung hat zwar 3,1 Punkte eingebüßt und liegt derzeit bei 52,0 Zählern, doch hat das eher statistischen Wert. Die GfK unterstreicht: „Das Niveau ist aber weiterhin sehr gut.“ Verantwortlich sind die gute Beschäftigungslage, gute Einkommenszuwächse und niedrige Inflation.

Entwicklung des Konsumklimaindikators seit 2009 bis Mai 2015

Ein bisschen gedämpft ist der Ausblick auf die Konjunkturerwartung. Weil Deutschland derzeit eine konjunkturelle Insel ist, fallen die Nachbarländer ab. Das mache sich bei der Industrieproduktion und den Auftragseingängen aus dem Ausland bemerkbar. Das drückt auch den Blick auf die nächsten Monate –mit der aktuellen Geschäftslage sind die Unternehmen dennoch „sehr zufrieden“.

Durch die positive Anschaffungsneigung, sind nicht nur die kleinen Einbrüche aus dem Vormonat kompensiert, sondern wirken stimmungsaufhellend auf den Einzelhandel.

Anhaltend wie die positiven Meldungen sind seit Monaten aber auch die Warnungen: Nicht nur Griechenland, auch die Politik in der Ukraine und der IS-Terror können die gute Laune schnell verderben.

Lesestoff:

[1] Frühling im Konsum

Roland Krieg; Grafik: GfK

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