Konsum: Vorfreude verdorben
Handel
Pandemie verdirbt Konsumenten die Laune
Mit der neuen Dynamik des Infektionsgeschehens und dem November-Lockdown von Gastronomie und Hotels ist die Lage sehr ernst geworden. Die versprochene Wirtschaftshilfe wird das Wachstum des Bruttosozialproduktes in diesem und im nächsten Jahr um ein bis zwei Prozentpunkte eindämpfen. Doch selbst bei einer Öffnung im Dezember werden die Einschränkungen für den Handel umfassend bleiben, vermutet der Handelsverband Deutschland in seinem aktuellen Konsumbarometer.
Dennoch bleibt festzuhalten, „dass die deutsche Volkswirtschaft recht glimpflich durch die Corona-Krise gekommen ist.“ Das Mitte Oktober veröffentlichte Herbstgutachten der führenden Wirtschaftsinstitute geht von einem geringeren Einbruch als zur Finanzkrise 2009 aus. Die Bundesregierung hatte Ende Oktober ihre Herbstprognose sogar nach oben korrigiert. Im Sommer hatte die Wirtschaft einen großen Teil des ersten Lockdowns bereits ausgeglichen. Das lag allerdings nicht an der Wirtschaftshilfe, sondern nach Ansicht von Wirtschaftsexperten außerhalb der Gemeinschaftsdiagnose. Die Wirtschaftshilfe wollte die Binnennachfrage stimulieren, schreiben sie, aber diese sei kein geeigneter Parameter während einer Krise. Die Senkung der Umsatzsteuer und der Kinderbonus wären an anderer Stelle hilfreicher gewesen.
Das gibt ein gemischtes Bild von der wirtschaftlichen Situation, das auch von Teilnehmern des Finanzmarktes geteilt werde. Deren Konjunkturerwartungen sanken von 77,4 auf 56,1 Zähler. Das ist der stärkste Rückgang seit März 2020. Der Brexit und der Ausgang der US-Wahl sind für sie große Fragezeichen über die weitere wirtschaftliche Entwicklung.
Vor dem neuerlichen Lockdown lag die Zahl der Arbeitslosen bei 2,76 Millionen. Im Zuge der Pandemie ist die Zahl um 556.000 höher als im Vorjahr. Wie viele Geschäfte den zweiten Lockdown überstehen ist offen. Die Förderbank KfW schätzt, dass rund eine Million Arbeitsplätze in Gefahr sind.
roRo
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