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Lang-Lkw in Spanien im Regelbetrieb

Handel

Sind Lang-Lkw die Lösung im Transportwahnsinn?

Ob Lang-Lkw Öko-Trucks oder Monstertrucks sind, wie es der Norddeutsche Rundfunk einmal zuspitze, bleibt noch offen. Der Lang-Lkw wird von der Transportwirtschaft gefordert, von den Kritikern die Probleme benannt: Manche Kreisverkehre sind zu klein, das Überholen auf der Landstraße wird noch gefährlicher und die schweren Laster belasten Straßen und Brücken.

Doch nimmt der Gütertransport immer mehr zu. Der Lkw schließt die Lücke zwischen Überseehäfen und Hinterland, kommt dorthin wo keine Gleise liegen und ist schneller als das Binnenschiff. Die Lasterkolonnen auf den Autobahnen nehmen in Deutschland auch wegen des Gütertransits zu. Von Regionalität ist auf deutschen Autobahnen nichts zu sehen.

Nutzfahrzeuge beliefern durchschnittlich jeden Haushalt im Jahr mit 110 Liter Milch, 60 kg Kartoffeln, 35 Kilo Äpfel und 8,8 kg Kaffee. Ohne Brummi fehlt dem Verbraucher etwas. Und die Verkehrsprognosen gehen von einem deutlichen Anstieg des straßengebundenen Güterverkehrs aus. Daher wäre der Lang-Lkw eine notwendige technische Innovation. Statt drei herkömmlicher Laster fahren nur noch zwei. Die aber sind 40 Tonnen schwer, haben sechs bis acht Achsen und sind 25,25 Meter lang.

Als in Deutschland die ersten Strecken für einen Test mit Lang-Lkw frei gegeben wurden und diese im wissenschaftlich begleiteten Feldversuch unterwegs waren hatte der Lang-Lkw die erste Kontroverse hinter sich. „Zu groß, zu schwer, zu gefährlich“ heißt es beim Verkehrsclub Deutschland. Bislang dürfen die Lkw nur 18.75 Meter lang sein. EU-einheitlich. Die ersten Forschungsergebnisse aus dem Feldversuch wurden vom der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) 2014 veröffentlicht [1]. Ende dieses Jahres sollen weitere Erhebungen aus dem laufenden Feldversuch erhoben werden. Die Niederländer beispielsweise setzen Lang-Lkw ein und müssen bei Zielort Deutschland an der Grenze umladen, weil die Grenzüberschreitung durch die EU-Ausnahmegenehmigung nicht erlaubt ist.

In Spanien darf der Lang-Lkw seit Jahresbeginn im Regelbetrieb fahren. Aus diesem Grund hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) noch einmal alle Vorzüge des Gigaliners zusammengestellt. Dieser gilt als ökologisch, da er 25 Prozent Kohlendioxidemissionen einsparen und durch die Reduzierung von drei konventionellen auf zwei Lang-Lkw weniger Staus produziere. Derzeit nehmen 23 Speditionen mit 43 Fahrzeugen am deutschen Feldversuch teil. Die Gigaliner sollen überwiegend auf Autobahnen unterwegs sein und dem reinen Fernverkehr dienen.

Lesestoff:

[1] www.bast.de

www.vda.de -> Themen -> Umwelt und Klima- > Der Lang-Lkw

Roland Krieg; Grafik: VDA

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