LEH auf den Punkt…
Handel
LEH-Trends zum Jahresbeginn
Produkte und Märkte
Kernobst
Der Weltverband für Äpfel und Birnen (WAPA) hat zu Weihnachten die aktuellen Ernteergebnisse für die nördliche Hemisphäre zusammengetragen. In 21 europäischen Ländern hat die Apfelernte mit 11,8 Millionen Tonnen Äpfeln die letzte Prognose um 1,36 Prozent übertroffen. Die Korrektur nach oben resultiert aus verbesserten Ernten in Frankreich, Österreich und Polen. Die US-ernte ging um sechs Prozent auf 4,6 Millionen Tonnen zurück, die Chinesen hingegen bleiben knapp unter 45 Millionen Tonnen, von der die Hälfte in den drei Provinzen Shaanxi und Shandong angebaut wird. Auf der Südhalbkugel wurden 5,2 Millionen Tonnen Äpfel geerntet. Die EU hat noch 4,8 Millionen Tonnen Äpfel auf Lager.
Bei den Birnen haben die europäischen Länder 1,6 Millionen Tonnen geerntet. Das Plus von 3,87 Prozent resultiert aus Zuwächsen in Belgien und den Niederlanden. Die USA haben auch bei den Birnen ein leichtes Plus auf 525.000 Tonnen erzielt, die Chinesen melden eine Schätzung von 18,5 Millionen Tonnen Birnen. Auf der Südhalbkugel wurden 1,3 Millionen Tonnen Birnen geerntet. Die EU hat rund 650.000 Tonnen Birnen auf Lager.
Gemüse
Den Anstieg auf 2,40 Euro pro Stück Blumenkohl haben die Verbraucher vor Weihnachten nicht mehr mitgemacht. Der Absatz brach um die Hälfte ein. Der LEH hat auf Werbeaktionen verzichtet. Das heimische Angebot bleibt knapp, Blumenkohl aus Italien leidet unter Regenfällen und in Frankreich waren schon die Abgabepreise hoch. Etwas mehr Blumenkohl aus der Bretagne hat den Markt zum Jahresende auch nicht mehr gerettet.
Chicorée hingegen ist nach dem üblichen Anstieg zur Weihnachtswoche günstiger als im Vorjahr. Der Kilopreis für Verbraucher fiel von 3,16 auf ein Angebotsniveau von 2,60 bis knapp drei Euro. Im Großhandel wurde belgische und niederländische Ware mit rund 1,45 pro Kilo gehandelt.
Zarte und rote Köpfe haben Konjunktur. Die roten Rüben sind ein uraltes Gemüse und kommen als Rote Bete in den Handel. Wegen der starken Färbung tragen Küchenkenner Handschuhe bei der Verarbeitung. Im Folienbeutel halten sich die roten Köpfe mehrere Wochen frisch. Die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe wie Saponine und Flavonoide machen aus der roten Rübe „Superfood“ vom heimischen Acker. Übrigens gibt es auch Gelbe und Weiße Bete, die getrennt gegart ein winterliches Farbenspiel auf den Teller zaubern. Aus dem Fernen Osten kommt hingegen der zarte Chinakohl, der mit „Japankohl“, „Blätterkohl“ und auch „Selleriekohl“ mit mehreren Namen Platz in den deutschen Küchen gefunden hat. Zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe machen auch aus ihm ein „Superfood“. Der Chinakohl ist eine Kreuzung aus Pak Choi und der Rübe und kam im 19. Jahrhundert aus den USA nach Deutschland. Die hohe Kälteverträglichkeit macht ihn zum beliebten Wintergemüse. Im Gegensatz zu anderen Kohlsorten hat keinen typischen Kohlgeschmack und ist besonders leicht verdaulich. Deshalb wird er gerne auch roh verarbeitet.
Trockenfrüchte und Vitamin C
Das digitale Treffen des Trockenfrüchteverbandes der Ägäis Mitte Dezember hat den deutsch-türkischen Handel mit Trockenfrüchten wie Aprikosen, Feigen und Rosinen auf 132 Millionen US-Dollar beziffert. Mit einem Anteil von 16 Prozent ist die Türkei der weltweit größte Händler von Trockenfrüchten. Mit 61 Prozent stellen Rosinen den größten Anteil, gefolgt von Aprikosen (23 Prozent) und Feigen mit 16 Prozent. Deutschland ist innerhalb der EU der größte Zielmarkt.
Der Begriff Vitamin C ruft meistens die Vorstellung einer quietschgelben Zitrone aus. Rund 50 Milligramm Vitamin C, die wasserlösliche Ascorbinsäure, die Zellen vor freien Radikalen schützt und an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist, stecken in 100 Gramm Zitrone. Aber – das ist nicht viel. Die uneingeschränkte Königin des Vitamin C ist die Hagebutte mit 1.250 mg je 100 Gramm Frucht. Dahinter kommt der Sanddorn mit 450 mg. Oh je. Selbst die Petersilie mit 160 mg hat mehr Vitamin C als die Zitrone. Der Tagesbedarf an Vitamin C wird übrigens mit 110 mg/je 100 Gramm angegeben.
Konsum von Obst und Gemüse
Der europäische Dachverband für Obst und Gemüse „Freshfel“ hat in seinem Jahresmonitoring Ende 2021 einen Konsum von 349 Gramm Obst und Gemüse pro Tag und Kopf ausgemacht. Das ist vom WHO-Gesundheitsziel 400 Gramm pro Tag noch ein Stück entfernt. Dennoch zeigen sich Fortschritte durch die verschiedenen Aktivitäten, wie „5 am Tag“, „Essen nach Farben“, die „Hälfte des Tellers mit Obst und Gemüse“. Immerhin: Zehn Gramm mehr am Tag erhöhen den Marktanteil um 1,8 Millionen Tonnen an Frischobst und Frischgemüse.
Im neuen niederländischen Koalitionsvertrag von Dezember wird eine langfristige Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes für Obst und Gemüse auf null Prozent angestrebt. Die Branche fordert eine Verbilligung für gesunde Lebensmittel schon lange. Die neue Regierung hat die „gesunde Generation 2040“ im Blick.
Bier und Sekt
Die Statistiker haben genau hingeschaut. Die Brauereien in Thüringen haben in den ersten neun Monaten 2021 etwa 18,5 Prozent mehr Bier über die Freistaatsgrenzen hinweg exportiert. Von den rund 572.000 Hektolitern ging ein Viertel der Menge sogar ins Ausland. Insgesamt haben die Brauereien 2,3 Millionen Hektoliter produziert. Das war ein Minus von 3,6 Prozent.
Mit Weihnachten und Silvester lagen zwei Sekttage dicht beinander, die das prickelnde Getränk in die Gläser fließen lässt. Sekt, Prosecco und Champagner finden bei Konsumenten auch andere Gelegenheiten die Kehle hinabzuperlen. Aber es wird nach Statistischem Bundesamt seit 2011 immer weniger. Wurden vor zehn Jahren noch 6,5 Flaschen oder 49 Gläser pro Kopf und Jahr (ab 16. Lebensjahr) getrunken, waren es 2020 nur noch fünf Flaschen oder 39 Gläser á 0,1 Liter.
Fleisch
Der weltweite Gesamtumsatz an Fleisch steigt bis 2040 von heute 1,2 Billionen US-Dollar auf 1,8 Billionen. Der Anteil von Echtfleisch nimmt aber von heute 90 Prozent auf 10 Prozent ab. Der Anteil von Fleischersatzprodukten wird sich nach Angaben der UN und FAO von zehn auf 25 Prozent mehr als verdoppeln. Am rasantesten entwickelt sich allerdings Kulturfleisch und überholt mit einem Marktanteil von 35 Prozent sogar die Ersatzprodukte. Seit 2016 wurden weltweit mehr als eine Milliarde US-Dollar in rund 80 Start-ups investiert. Kulturfleisch wird als „Brückenprodukt“ zwischen der reduzierten Fleischproduktion aus ökologischer Nutztierhaltung und dem steigenden Bedarf an Fleisch angesehen.
Landwirtschaft
Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft ist 2021 um 3,6 Prozent auf 59,6 Milliarden Euro gestiegen. Allein durch die Preissteigerung bei Getreide stieg der Wert in dem Segment um 42 Prozent auf sieben Milliarden Euro. Gesunken ist der Produktionswert bei tierischen Produkten um 1,2 Prozent auf 26,4 Milliarden Euro. Verluste gibt es bei Rinder, Geflügel und vor allem bei Schweinen. Nur die Eiererzeugung bleibt gegenüber 2020 mit rund einer Milliarde Euro konstant.
Zum Stichtag 01. November gab es in Brandenburg mit 457.100 Rindern 3,1 Prozent und 14.000 Stück weniger als im Mai des Jahres 2021. Das ist der geringste Stand seit 1990 und der wird sich nicht so schnell erholen, weil die Zahl der einjährigen Rinder ebenfalls um 5.000 Stück auf 94.000 gefallen ist. Eine Steigerung hingegen gab es bei den Schafen auf 71.000 Tiere mit einem Plus um sieben Prozent. Die Zahl der Schafhalter nahm aber um 12 Prozent auf 230 ab.
Ein Landwirt aus der Nähe von Heilbronn hat zwar 100 Tonnen Möhren pro Hektar geerntet, aber in diesem Jahr nicht ganz vermarkten können. Anstatt sie unterzupflügen hat er sie gegen Spendengeld für eine gemeinnützige Organisation an Selbstabholer verkauft. Die Organisation, die Eltern und Kinder bei einem Klinikaufenthalt unterstützt, freut sich jetzt auf 19.000 Euro.
Rückepferde geben der Forstwirtschaft zusätzliche Nachhaltigkeit. Sie hinterlassen gegenüber Maschinen keine Rückstände von Öl und Benzin, verdichten den Boden weniger als schweres Gerät. Sie sind im Unterholz und auf schwierigem Gelände mit ihren vier Hufen besser unterwegs. Auch im Saarland lebt die Tradition wieder auf. Doch bevor „Wulkan“ als Rückepferd seinen ersten Einsatz zwischen den Bäumen hatte, musst das Ross zwei Jahre lang zur Schule gehen. Rückepferde müssen auf das Wort gehorchen, dürfen sich durch den Lärm von Motorsägen nicht erschrecken lassen. Auch wenn ein Baum fällt, bricht er sich mit lautem Geräusch Bahn auf den Weg zum Waldboden. „Wulkan“ ist nach einem Bericht des Regionalradios auch im benachbarten Rheinland-Pfalz im Einsatz.
Im Oktober werden die Preiskontrakte für Eier für die nächsten 12 Monate festgelegt. Der Bundesverband Ei will nachverhandeln, weil die Kosten für Futter und Verpackung deutlich angestiegen sind. Allein die Geschlechtsbestimmung für das Ei zur Vermeidung des Kükentötens ab dem 01. Januar belastet die Unternehmen mit zwei Cent pro Ei. Die 1.900 Legehennenbetriebe mit mehr als 3.000 Hennen bekommen rund 10 Euro für 100 Eier. Die Kosten liegen aktuell bei 10,50 Euro. Nach Berichten der Lebensmittelzeitung wehrt sich allein die Edeka gegen Nachverhandlungen.
LEH und Unternehmen
Klein gegen Groß ist immer eine Schlagzeile wert und bringt Emotionen. Mit silbrigem Klebeband den Mund verschlossen präsentierte sich auf Instagram des Stuttgarter Start-ops „The Hempany“. Hanfprodukte leiden sowieso schon unter emotionaler Deutung, die Gründer haben jetzt ein Milchersatzprodukt aus Milch hergestellt und vermarkten es unter dem Namen „Milck“. Milch ist ein in der EU geschützter Gattungsbegriff, der nur für das Getränk von Wiederkäuern verwendet werden darf. Nach Beschwerden über den Kunstbegriff„Milck“ hat die Wettbewerbszentrale Klage beim Stuttgarter Landgericht eingereicht, das über die Nähe zum Begriff „Milch“ entscheiden wird. Die Hanfproduktgründer haben in den sozialen Medien den Rechtsstreit bereits gewonnen.
Die verschiedenen Öko-Siegel genießen bei den Verbrauchern das höchste Vertrauen. Darunter hat das deutsche Bio-Siegel den höchsten Bekanntheits- und Vertrauensgrad. Ausgerechnet die EU-Siegel „geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) und geschützte geografische Angabe (g.g.A.), für deren Bewerbung Fördergelder bereit stehen und die in allen Handelsverträgen seit Einführung vor 30 Jahren Verhandlungsgegenstand der gegenseitigen Anerkennung sind, haben den geringsten Bekanntheits- und Vertrauensgrad.
Die Privatmolkerei Bauer hat veganen Käse in Verbundverpackung aus Kunststoff und Papier auf den Markt gebracht, die nicht vollständig recycelbar ist und in der Müllverbrennung landet. Dennoch warben die Bayern mit dem Aufdruck „vollständig recyclingfähig“. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat den Slogan mit Hilfe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung beendet.
Der Tornado nach der Pipi-Story. Im Frühjahr 2021 ging die Pipi-Geschichte um die Welt. Auslieferungsfahrer von Amazon in den USA müssen nach einem Tweet des Kongressabgeordneten Mark Pocan mangels Toiletten in mitgenommene Wasserflaschen urinieren. Dem Dementi des Paketkonzerns folgten Bestätigungen der Fahrer. Der Shit-Storm wurde später im Jahr zum Tornado als Mitte Dezember Nachrichten zwischen einer Fahrerin und ihrem Disponenten öffentlich wurden. Sie solle trotz Tornadowarnung in Illinois weiter Pakete ausliefern, wenn sie ihren Job behalten möge. Erst als der Tornado das Lager in Edwardsville zerstörte und sechs Menschen das Leben kostete, durfte sich die Mitarbeiterin „vor Ort“ in Sicherheit bringen.
Noch ein Logo: Nestlé führt das Logo „Grainsmart“ für Produkte ein, die ein Verhältnis von Kohlenhydraten zu Ballaststoffen und zu Fett von 10:1:2 aufweisen. So haben beispielsweise zehn Gramm Frühstücksflocken mindestens ein Gramm Ballaststoffe und maximal zwei Gramm Zucker. Das Logo basiert auf Empfehlungen der Tufts University Boston, der National University Singapore sowie der Nutrition Research Australia und setzt auf hochwertige Kohlenhydrate mit mehr Ballaststoffen. Das Logo soll schrittweise in mehreren europäischen Ländern auf zunächst drei Produkten auf den Markt kommen.
Floh-Seligenthal ist ein Straßendorf zwischen grünen Wiesen am 170 Kilometer langen Kammweg zwischen Thüringer Wald und Frankenwald gelegen. Der Rennsteig ist einer der beliebtesten Wanderwege Deutschlands. Im Winter sind die Loipen in Floh-Seligenthal, am Fuße des Rennsteigs, legendär und der Ort wartet mit der größten Kuhglocke der Welt auf. Schon 1946 hat Martin Hopf im Ort mit der Fertigung thüringischer Feinkostsalate begonnen und seine Fleisch-, Fisch- und Kartoffelsalate zu einer DDR-Traditionsmarke gemacht. Nach der Wende hat Feinkost Nadler für eine D-Mark das Unternehmen übernommen. Der Feinkostspezialist gehörte dem britischen Feinkost-Reisen Uniq, der 2009 von International Food Retail Capital (IFR) übernommen wurde, bei dem die Theo-Müller-Gruppe nach Übernahme der Mehrheit den Standort Floh-Seligenthal 2020 geschlossen hat. Die Brüder Andreas und Stephan Hopf haben jetzt die Produktionsanlagen übernommen und führen die Traditionsfirma als Hopf Rennsteig GmbH weiter. Mit regionalen Produkten und kurzen Wertschöpfungsketten wird das neue Portfolio von Fleisch- und Kartoffelsalaten schrittweise erweitert. Der gute Ruf der MArke hat die Geschäftsanbahnungen im Lebensmitteleinzelhandel erleichtert. Im Frühjahr 2022 werden die ersten Hopf-Feinkostprodukte ausgeliefert.
Die Zeiten, als der Januar das neue Jahr eingeläutet hat sind vorbei. Die Veganer starten mittlerweile schon traditionell in den „Veganuary“, der im letzten Jahr in 209 Regionen weltweit mit mehr als einer halben Million Menschen begangen wurde. 2022 startet die Kampagne auch in Indien. In Deutschland nehmen am dritten „Veganuary“ mehr als 200 Unternehmen teil.
Die Supermärkte haben 2021 ein deutliches Plus eingefahren. Mit zwei Milliarden Euro für die Edeka und 1,8 Milliarden Euro für die Rewe haben die beiden im vergangenen Jahr beim Umsatz jeweils um fünf Prozent zugelegt. Auch das Weihnachtsgeschäft im Food-Bereich ist für die beiden Riesen gut gelaufen.
Die Omikron-Variante und die steigende Zahl der Quarantänefälle bedrängt jetzt auch den Lebensmittelhandel. Kurz vor Weihnachten lud Landwirtschaftsminister Cem Özdemir die Branche zu einem Krisengipfel ein. Diese Treffen gab es auch zu Beginn der Pandemie, wurden aber mangels Bedarf am Ende eingestellt. Der Branchenverband der Ernährungsindustrie beruhigt die Verbraucher mit Hinweis auf die funktionierenden Hygienekonzepte im LEH.
Kräftigen Gegenwind bekommt das bei Deutschen beliebte Nutri-Score-Label. Das italienische Kartellamt überprüft, ob das Label nicht negative Auswirkungen auf einen fairen Verkauf und hat Produkte, deren Konsum und Export benachteiligen kann. Dem Bauernverband Coldiretti basiert die Kennzeichnung auf zu wenigen bewerteten Inhaltsstoffen. Selbst der französische Landwirtschaftsminister habe sich im November 2021 für eine Überarbeitung ausgesprochen, weil sich die Molkereiwirtschaft dagegen wehrt, dass Camambert und Roquefort als „ungesund“ gekennzeichnet werden. Italien selbst hat ein eigenes Labelsystem, das die Gehalte an Kalorien, Fett, gesättigte Fette, Zucker und Salz in Form einer Batterie in Prozent der täglichen Aufnahme anzeigen.
Welthandel
Die 1990 von Alain Coumont in Brüssel gegründete heutige Franchise-Bäckerei „Le Pain Quotidien“ will bis 2025 die verwendeten Eier ausnahmelos aus käfigfreier Haltung verarbeiten. Die Bäckerei gibt es in Brasilien, Deutschland, Hongkong, der Türkei, den USA und den Vereinten Arabischen Emiraten.
Die Knappheit an Container und hohen Preise für die Transportkisten haben erstmals wieder für einen Schüttgut-Transport von Kaffee von Sumatra über Bremen in die USA geführt. Die Verladung des losen Kaffees in großen Transportsäcken musste wegen Regens allerdings unterbrochen werden und hatte sich auf fünf Tage mehr als verdoppelt. Auch aus Brasilien haben Exporteure auf diese Form der Verladung nach Europa zurückgegriffen. Einer ersten Fracht im Dezember sollen zwei weitere Frachten im Januar folgen.
Der Direktor des Hafens von Los Angeles, Eugene Seroka, blickt auf rund 71.000 Leercontainer auf seinen Terminals. 60 Prozent der Container stehen neun und mehr Tage auf den Kaimauern herum, während woanders Container fehlen und dringend gesucht werden. Die Auflieger für Container sind in der Regel 3,5 Tage per Lkw oder Güterwagon unterwegs. Derzeit dauert es zehn Tage und verknappt den An- und Abtransport von Containern im Hafen. Jeden Tag zusätzliche Verweildauer erhöhe den Containerstau um 3.500. Für Seroka macht sich der von Ex-Präsident Trump aufgesetzte Einfuhrzoll auf Stahl bemerkbar, der dem Bau weiterer Auflieger entgegen steht. Der Hafendirektor hat Reedereien gebeten größere Schiffe für die Anfahrt zu nutzen, um Leercontainer zurückzunehmen. Außerdem überlegt er, für lange im Hafen verweilende Leercontainer eine Gebühr zu erheben.
Der Standardcontainer (TEU Twenty-foot Equivalent Unit) ist das Standardmaß für die Vielzahl an Containern undbeschreibt die Ladekapazität von Schiffen und den Containerumschlag in den Häfen. Am 22. Dezember wurde in Rotterdam der 15-millionste TEU-Container des Jahres entladen. Nie zuvor hat ein europäischer Hafen diese magische Marke geknackt. Die Wirtschaftserholung vor allem in der ersten Jahreshälfte hat zu einem Anstieg der Container in den ersten Quartalen 2021 um 7,8 Prozent erzielt. Allerdings wuchs der Containerumschlag schneller als der Umschlag in Tonnen. Grund war nach Angaben des Hafens Rotterdam die Zunahme an Leercontainern auf von der Kaimauer über die Bordkante. Die Belastung des Rotterdamer Containerterminals wird 2022 weiter anhalten.
Im Rahmen des Freihandelsabkommens mit der EU hat Vietnam 2020 rund 28.000 Tonnen Cashewnüsse nach Deutschland exportiert. In den ersten neun Monaten 2021 lag die Exportmenge bereits bei 45.000 Tonnen. 2022 soll die Menge noch einmal gesteigert werden. Aus der Sicht Deutschlands stammten in den ersten drei Quartalen 62 Prozent der importierten Cashewnüsse aus Vietnam.
Im zurückliegenden Jahr war der Agrarsektor in Indonesien der einzige mit einem positiven Wachstum. Gegenüber 2020 legte die landwirtschaftliche Produktion um 2,59 Prozent zu. Die Exporte von Agrargütern stiegen sogar um 47 Prozent.
Als Bürgermeister in Hamburg hat Olaf Scholz den Deal zwischen der chinesischen Reederei Cosco mit dem Hafen Hamburg eingefädelt. Seit Dezember 2021 gehört der Containerterminal Tollerort zu 35 Prozent den Chinesen.
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