LEH auf den Punkt
Handel
LEH-Trends im März
Zitrusfrüchte und Melonen
Zitrusfrüchte, Steinobst, Melonen und Wassermelonen in Europa bekommen ein neues Zu Hause. Die spanische Gruppe Citri & Co. und die brasilianische Agricola Famosa, Spezialist für Melonen und Wassermelonen, vertreiben die Früchte in einer neuen Allianz weltweit. Das Portfolio macht rund 30 Prozent des Ostkonsums in Europa aus und jeder ist führend in seinem Markenanteil.
Neue Zwergcashewnuss
Nach zehn Jahren Entwicklung hat Indien eine neue Zwergcashewnuss auf den Markt gebracht. Die zwischen 5,5 und sechs Gramm leichte Cashewnuss mit dem Namen Netra Vaman wird im Südwesten in der Provinz Dakshina Kannada produziert. Vier Jahre nach der Pflanzung erzeugt der Baum ein bis 1,5 Kilogramm Nüsse. Sie wird bis zu 2,5 Meter groß, eignet ich für Hausgärten und im zehnten Jahr rund sechs Meter breit werden.
Spargel …
Jedes Jahr vor Ostern stellt sich den Spargelfans die Frage, wann die ersten Stangen in den Handel kommen. In den Niederlanden wurde Anfang März der erste Spargel aus dem Gewächshaus bereits gehandelt. Für das Freiland wird auch diese Spargelsaison eine Frage der Verfügbarkeit von Saisonarbeitskräften bleiben. Immerhin, dem Gemüse hat der Februar nicht nur Schnee und Frost, sondern unter der Folie auch Sonne und damit Wärme gebracht. Sowohl Hessen als auch Brandenburg rechnen mit den ersten Bleichstangen bereits im März. Spargel braucht für sein Wachstum mindestens 12 Grad Celsius. Möglich wird das. Aber Bernd Weber vom Hessischen Bauernverband rechnet nicht damit, dass die Preise für den frühen Spargel bei unter 20 Euro je Kilogramm liegen.
… und Spinat
In der Karwoche wird traditionell Spinat, häufig mit Ei, gegessen. Das Blattgemüse hat bald Hochsaison und wird zumeist in pürierter Form gegessen. Nur ein Teil kommt frisch vom Feld auf den Tisch, das meiste wird an die Tiefkühlindustrie geliefert. In einem Sud aus Spinat werden Ostereier natürlich grün gekocht.
Äpfel
Aus Südamerika trafen die ersten Angebote von der Südhalbkugel ein. Bislang dominierten deutsche und europäische Äpfeln den Markt. Boskoop und Braeburn sind nur noch eingeschränkt vorhanden, Granny Smith aus Italien und Pink Lady aus Frankreich komplementieren die Angebote.
Schweinepreise
Die Preise für ein Kilogramm Schlachtschwein sind in den vergangenen Wochen wegen der Angebotsknappheit auf 1,50 Euro gestiegen. Da die Knappheit anhält, sind für Verbraucher auch höhere Preise für Teilstücke möglich.
Tönnies
Clemens T. ist der schillernde Fleischmogul, der 45 Prozent Anteil am Tönnies-Konzern hält und zuletzt auch Aufsichtsratsvorsitzender des Fußballvereins Schalke 04. Das Amt hat er nach rassistischen Äußerungen aufgeben müssen und liegt zudem mit seinem Neffen Robert T. im Erbclinch (50 Prozent Anteile), wer am Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück das Sagen hat. Die nächste Generation mit Maximilian T. (Sohn von Clemens T.) steht in den Startlöchern. Tönnies hat zuletzt die vegetarischen Marken „Vevia“ und „Gutfried veggie“ investiert und in Spanien einen neuen Schlachthof aufgemacht. Mit Bezug auf ein Schreiben an die Mitarbeiter hat eine Nachrichtenagentur die Möglichkeit eines milliardenschweren Verkaufs von Tönnies verbreitet, was beispielsweise die Lebensmittelzeitung am Wochenende als vage, weil nicht neu, bezeichnet. Bei einem Umsatz von mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr 2019 kommen auch nur entsprechend potente Käufer in Frage: Der US-Primus Tyson Foods, der weltgrößte Fleischkonzern JBS in Brasilien oder Smithfield, das US-Unternehmen, das mittlerweile der chinesischen WH-Gruppe gehört.
Ersatzprodukte für Milch und Molkereiware
Die Molkereien sind schon längst in den neuen Markt eingestiegen, während Landwirte noch darüber streiten, ob die Produkte sinnvoll sind. Der regionale Anbau von Sonnenblumen, Soja und Kichererbsen verbreitert die Rohstoffbasis. Lag der Umsatz der weißen Ersatzprodukte 2018 noch bei 748.000 Euro sind es 2020 schon mehr als 40 Millionen gewesen. Die Range reicht über Milchersatzprodukte bis in den Bereich Frischkäse hinein. Umweltfreundlichkeit und Tierwohl sind die entscheidenden Kaufargumente für Verbraucher.
Einkaufswagen
Edeka startet Mitte März in Berlin-Schöneweide mit einer neuen Generation Einkaufswagen. Kunden speichern ihren Einkaufszettel in der „EASY Shopper“ App. Die Liste kann auch mit Freunden und Nachbarn geteilt werden. Nach Anmeldung im Geschäft, erhalten die Kunden Informationen zu den Produkten und aktuelle Angebote. Zwischen Regal und Einkaufswagen scannen die Kunden die Produkte ein und laden sie direkt in die Einkaufstasche und bezahlen sie an speziellen EASY Shopper“-Kassen.
Veganz
Europas erste vegane Supermarktkette nimmt die 2011 in Berlin gegründete „Veganz“ seit März mit Australien das 29 Land ins Visier. Zunächst einmal mit Pizza, die mit einem Eaternity-Label für Nachhaltigkeit in 180 Woolworth Stores in New South Wales und Victoria erhältlich ist.
Kaufland
Bei Kaufland wird sich in der Vorkassenzone etwas ändern. In manchen Filialen konnten Kunden sich bislang mit Kaufland-Bockwurst vor oder nach dem Einkauf stärken. Aus dem Wurstimbiss zieht sich der Vollsortimenter zurück. Dafür übernimmt United Curry aus Leverkusen als Dachmarke von „Wurstteufel“, „grillbar“, „GrillGut“ und „bratwerk“ das Geschäft mit Currywurst und Co.
Aldi Frankreich
Bis September hat Aldi Frankreich 547 Leaderprice-Filialen von Casino in Paris, Lyon und Südfrankreich übernommen. Die dann 1.450 Aldi-Märkte sollen auf 6,5 Milliarden Euro Umsatz kommen – noch immer 3,5 Milliarden weniger als Mitbewerber Lidl. Ziel sind 1.900 Aldi in Frankreich, damit jeder Franzose binnen 15 Minuten einen der Märkte erreichen kann.
Nestlé I
2017 hat der Konzern versprochen, bis 2025 keine Käfigeier mehr in verarbeiteten Produkten zu verwenden. Nach Konzernangaben ist es heute schon soweit.
Nestlé II
Nestlé Wagner hat sein Pizzawerk im saarländischen Nonnenweiler auf Öko-Strom umgestellt, nutzt mehr vegane und vegetarische Produkte und verlagert die Logistik von der Straße auf die Gleise. Zum heutigen Weltwassertag spart der Konzern damit CO2-Emissionen und Wasser ein, was in Boni bereits eingepreist ist.
Tegut
Mit einer Art filialisierter Nachbarschaftsladen experimentiert tegut in Fulda. Nahversorgung, Bedientheke, Convenience und Nahversorgung lautet das neue Konzept von Geschäftsführer Thomas Gutberlet, das an Verkehrsknotenpunkten hungrige Kunden anlocken soll. Nach Fulda sind 2021 drei Standorte in Frankfurt/M. geplant.
Roland Krieg / VLE
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