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Milchdurstige Chinesen

Handel

China stimuliert Weltmilchmarkt

Nach der Melaminkrise suchen die Chinesen nach Lösungen, das Vertrauen der Kunden zurückzugewinnen. In aktuellen Dreijahresplan will China die Selbstversorgung mit Milch auf über 70 Prozent steigern. Dazu gehört, dass China nach eigenen Angaben im 2020 China Dairy Quality Report mittlerweile 99,9 Prozent der angelieferten Milch qualitativ kontrolliert.

Dennoch kauft Peking Milch auf dem Weltmarkt ein. Die neuseeländische Molkerei Fonterra hat ihre Rohmilchpreise wegen der starken chinesischen Nachfrage von 6,4 auf 6,8 Neuseeländische Dollar pro Kilo Milch erhöht. Das soll dem Land zusätzlichen Umsatz in Höhe von zehn Milliarden NZ-Dollar bringen.

Ende des europäischen Milchpulvers

Die Zeiten der Baby-Milch-Hausse in Richtung China scheinen vorbei. Danone beklagt ein Minus von 5,7 Prozent im dritten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum für Spezialnahrung. Chinas Grenzschließungen und der Rückgang des Tourismus haben den Import von Babymilchpulver um 60 Prozent verringert.

Die Danone-Medaille hat auch eine Rückseite. Es reisen weniger Chinesen ins Ausland. Dadurch ist der Einkaufstourismus für Freunde und Nachbarn in speziellen „Daigou“-Läden stark rückläufig. In Australien haben 30 Prozent der Daigou-Stellen im Verlauf der Pandemie zugemacht.

Es gibt noch einen dritten Grund für das Ende der europäischen Milchpulver-Erfolgsgeschichte. China hat mit „Belsol“ ein eigenes qualitatives Produkt auf den Markt gebracht, das offenbar das Vertrauen der chinesischen Mütter gewinnen kann.

Eigene Produkte

Nicht nur Belsol startet regional. Die Oktoberliste der Ernährungsberater ChemLink des Marktforschungsinstitut research 24H listet zahlreiche neue Produkte auf.

Mit einem „Hello-Kitty“-Produkt auf Alibabas Tmall kommt ein zuckerfreies Milchgetränk der chinesischen Firma Yili auf den Markt. Die Molkerei Meiji hat einen neuen Joghurt mit Ananas-Geschmack mit japanischen Milchsäurebakterien auf den Markt gebracht. 3,2 Gramm Ballaststoffe verbessern nach Molkereiangaben die Verdauung.

Stevia ist auch in China bekannt. Ein neuer Joghurt ersetzt mit Stevia den Zuckergehalt und steht ebenfalls mit 30 Gramm Ballaststoffe und 800 mg Calcium auf der Gesundheitsliste.

Einfallsreich zeigen sich Produktmanager von Chali. Sie haben ein Milchtee-Produkt entwickelt, dass ebenfalls über den Premium-Shop von Tmall erhältlich ist. Das Produkt hat die Kontur eines Lutschers und löst sich in heißem Wasser auf.

Auch Öko ist hipp. Da gewinnt die französische Firma „babybio“ mit einer Range an Babynahrung die naturbewusste Mama. Das Produkt ist mit probiotischem B12 angereichert. In den nächsten drei Jahren sind weitere Produkte auf der Basis on Ziegenmilch geplant.

Roland Krieg; VLE

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