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Milliarden für Afrika

Handel

Neue Investoren verbessern Infrastruktur in Afrika

Eines der großen Entwicklungsdefizite in Afrika südlich der Sahara ist die mangelhafte Infrastruktur. Das hatte kürzlich die Nepad-Konferenz in Hamburg auch herausgearbeitet und sich auf die Suche nach Investoren gemacht. Seit einigen Jahren investieren allerdings China, Indien und einige Staaten aus dem Mittleren Osten schon kräftig auf dem afrikanischen Kontinent. Vor 2004 betrug die Gesamtsumme an Investitionen aus diesen Ländern weniger als eine Milliarde US-Dollar im Jahr. Ein neuer Bericht der Weltbank zeichnet für 2006 Investitionen in Höhe von acht Mrd. im Jahr 2007 fünf Mrd. US-Dollar auf.

China ist vorneweg
Chinas engagement in Afrika wird nicht unkritisch gesehen. Für Obiageli Katryn Ezekwesili, Vizepräsidentin der Weltbank für Afrika spricht von der Reduzierung des Infrastrukturdefizits: “Chinas Erfolgsgeschichte die Armut durch schnelles Wachstum zu reduzieren ist bemerkenswert,“ sagte sie am Donnerstag. „Massives Investment in die Infrastruktur ist der Schlüsselfaktor und hilft das massive Defizit auf diesem Bereich zu reduzieren.“
Die Verbesserung oder Einrichtung der Infrastruktur in Afrika ist dringend notwendig. Der Mangel kostet Expertenschätzungen nach Afrika rund ein Prozent Wirtschaftswachstum im Jahr. Jeder Vierte Afrikaner hat keinen Zugang zu Elektrizität, Reisezeiten und Exportwegstrecken sind dreimal länger als in Asien und die Kraftwerkkapazitäten sind nur halb so hoch wie in Südasien. Das alles verteuert die Handelswaren.
Chinas Investitionen zahlen sich aus. Die afrikanischen Länder haben ihren Export in das Reich der Mitte zwischen 2001 und 2006 von drei auf 22 Milliarden US-Dollar erhöht. 80 Prozent davon ist Erdöl.
Koautor der Weltbankstudie Chuan Chen, früher Professor für Maschinenbau an der Tsinghua Universität stellt fest: „Während mehr Süd-Süd-Kooperationen einen positiven Trend markieren, bleibt die größte Herausforderung den Moment für nachhaltige Entwicklungsprozesse beizubehalten.“

Infrastrukturbeispiele
China hat 3,3 Mrd. US-Dollar für zehn Projekte in Afrika südlich der Sahara zugesagt, die installierte Wasserkraftkapazität um 30 Prozent oder 6.000 Megawatt zusteigern. Zu den bestehenden 50.000 km Schienennetz finanziert China 1.600 km neue Gleise und stellt 1.350 km abgenutzte Strecken wieder her. 70 Prozent der Investitionen entfallen auf Angola, Nigeria, Äthiopien und den Sudan. Insgesamt kommen 35 Länder (53 Staaten gibt es in Afrika) in den Genuss chinesischer Finanzhilfe. Viele Projekte haben ein Volumen von weniger als 50 Millionen US-Dollar. Für vereinzelte Projekte spendiert China auch schon mal eine Million Dollar, um seine Finanzkraft zu zeigen, so der Weltbankbericht.

roRo

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