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Handel

Bioethanol leicht zugenommen

Bioethanolproduzenten benötigen Ausdauer und innere Überzeugungskraft. Der Sprit aus landwirtschaftlichen Erzeugnissen hat Höhen und Tiefen erlebt, aktuell zeigen die Marktdaten wieder nach oben. Im vergangenen Jahr stieg die deutsche Bioethanolproduktion gegenüber dem Vorjahr um gut acht Prozent. Mit 727.000 t wurde ein neuer Rekord erreicht, teilt der Landvolk-Pressedienst mit. Nach einer Bilanz des Bundesverbandes der deutschen Bioethanolwirtschaft (BDB) wurden 2,6 Mio. t Industrierüben, 1,5 Mio. t Futtergetreide und 8.205 t andere Stoffe sowie Rückstände der Lebensmittelindustrie zu Biosprit verarbeitet. Der Kraftstoff Super E10 legte mit 2,82 Mio t etwas zu und erreicht gut 15 Prozent des gesamten Kraftstoffmarktes. Mit 14,65 Mio. t entfällt der Löwenanteil auf Super E5. Am gesamten Kraftstoffmarkt hat Bioethanol einen Anteil von 6,3 Prozent.

Die insbesondere in Zeiten hoher Lebensmittelpreise – momentan sind die Preise allerdings stark unter Druck – immer wieder aufflammende Teller-oder-Tank-Diskussion in entwickelten Ländern spricht aus wissenschaftlicher Sicht nicht gegen Biokraftstoffe. Simulationsergebnisse der Universität Gießen sehen hier einen Einfluss, der unter zehn Prozent liegt, Berechnungen der OECD liegen etwas höher. In Entwicklungsländern haben niederländische Forscher sogar den gegenteiligen Effekt beobachtet. Nach deren Aussagen hat sich beispielsweise für 500 Kleinbauern in Äthiopien die Ernährungssituation verbessert, weil sie auf einem Teil ihrer Flächen die Rohstoffe für Biodiesel erzeugen. Sie konnten im Gegenzug durch mehr Düngemittel und bessere Beratung höhere Erträge bei ihren Nahrungspflanzen erzielen und den Flächenentzug für die Kraftstofferzeugung mehr als ausgleichen. Hierzulande werden Biokraftstoffe als umweltpolitisch korrektes Instrument zur Erreichung von Klimazielen eingestuft und als Vorsorgestrategie zur Kompensation der begrenzten Ressource Öl.

LPD

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