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Nachhaltige Verpackung ist im Trend

Handel

Deutsche unterdurchschnittlich „verpackungsinteressiert“

Recyclebare Verpackung aus Kartoffel- oder Maisstärke, Baumwolltasche statt Plastiktüte und Getränke in der Mehrwegverpackung: Ein eventuelles Gefühl der Deutschen, Weltmeister in Sachen nachhaltiger Verpackung zu sein, erhält durch die am Freitag vorgestellte Studie des britischen Marktforschers Datamonitor einen herben Dämpfer. Bei den Fragen, ob die Verpackung einen Kaufeinfluss ausübe, ob Haushaltsgüter zu viel Verpackung aufweisen und nach dem Engagement bei der Suche nach Alternativen, liegen die Bundesbürger unterhalb des Weltdurchschnitts.

Erwartungshaltung an die Industrie steigt
Obwohl kein vordergründiges Kaufargument, wird die nachhaltige Verpackung zu einer Kundenerwartung, fasst Matthew Adams die Studie mit der Datenerhebung aus dem zweiten Halbjahr 2008 zusammen. Nachhaltige Verpackung ist eine der Konsumprozesse, auf die aus ethischen, ökonomischen und Umweltinteressen Wert gelegt wird. Dabei zeigt sich, dass Industrie und Handel alleine schon aus wirtschaftlichen Gründen, aber auch wegen politischer Vorgaben, ihre Verpackungsgewohnheiten überprüfen sollten.
Nach Matthew berge gerade die Rezession die Chance, sich nach Alternativen umzusehen. Käufer achten stärker auf Umwelteffekte, kaufen weniger ein und bei den Verarbeitern verlangen die gestiegenen Erdölpreise nach preisgünstigeren Verpackungen. Weniger Verpackung bedeute auch weniger Transportgewicht bis zum Kunden.
In Europa glauben zwischen 39 und 67 Prozent der Konsumenten, dass das Verpackungsdesign einen Einfluss auf die Kaufentscheidung habe. Franzosen und Schweden liegen hier ganz vorne. Die Kundenbindung zur Verpackung sei jedoch schwer zu ermitteln, weil die meisten Käufer sie als gegeben und unveränderlich wahrnehmen. Sie sind aber generell der Meinung, dass die Umweltverträglichkeit künftig wichtiger wird, so die Studie.

A

B

C

Mittel

Hoch

Sehr hoch

X

Mittel

Hoch

X

Mittel

Hoch

Frankreich

41 %

20 %

6 %

X

32 %

18 %

X

36 %

16 %

Deutschland

33 %

7 %

2 %

X

23 %

9 %

X

30 %

15 %

Italien

35 %

12 %

3 %

X

29 %

9 %

X

32 %

14 %

Holland

34 %

8 %

1 %

X

33 %

10 %

X

23 %

10 %

Spanien

47 %

11 %

5 %

X

32 %

21 %

X

35 %

16 %

Schweden

37 %

9 %

5 %

X

38 %

12 %

X

37 %

10 %

England

30 %

7 %

2 %

X

43 %

17 %

X

28 %

12 %

USA

32 %

11 %

6 %

X

25 %

9 %

X

24 %

11 %

Australien

30 %

10 %

3 %

X

38 %

14 %

X

34 %

13 %

Brasilien

37 %

19 %

10 %

X

15 %

12 %

X

32 %

21 %

China

45 %

25 %

8 %

X

47 %

9 %

X

49 %

16 %

Indien

26 %

33 %

29 %

X

31 %

21 %

X

40 %

27 %

Japan

39 %

10 %

0 %

X

35 %

5 %

X

30 %

7 %

Russland

41 %

16 %

8 %

X

20 %

7 %

X

29 %

12 %

Süd-Korea

46 %

22 %

4 %

X

33 %

6 %

X

50 %

19 %

Durchschnitt

37 %

14 %

6 %

X

32 %

12 %

X

34 %

15 %

Fragen:
A: Hat die Lebensmittelverpackung einen Einfluss auf die Kaufentscheidung?
B: Sind Sie über zu viel Verpackung besorgt?
C: Wie hoch ist Ihre Bereitschaft, nach weniger verpackten Produkten zu suchen?

Q: Datamonitor Consumer Survey: “Sustainable Packiging Trends: Consumer Perspectives and Product Opportunities”.

Fazits
In Westeuropa zeigen sich Engländer, Franzosen und Spanier zwar am besorgtesten über die Menge an Verpackungen, doch heiße das nicht zwangsläufig, so die Studie, dass sie am umweltbewusstesten sind. Die Meinung könnte auch von Nachrichten beeinflusst sein, die ihren Ländern unvorteilhafte Verpackung zuschreiben.
Die Suche nach Alternativen spiegele für die Autoren die Bereitschaft wider, auf entsprechende Aktionen für umweltgerechtere Verpackungen zu reagieren. So wären die Niederländer am wenigsten für eine entsprechende Politk empfänglich.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass Handel und Industrie nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes auf nachhaltige Verpackungen umsteigen müssen, sondern sich zusammen mit den Kunden in einer „win-win“-Situation befinden. Die Kunden nehmen das Thema gerne an und die Industrie spare sich „Methoden wie der Verpackungsverkleinerung, oder genauer gesagt Portionenverkleinerung, bei der eine kleinere Warenmenge für den gleichen Preis verkauft wird“.

roRo

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