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Ökostrom, E-Autos und Abregelung

Handel

Der Osten liegt beim Ökostrom vorn

Die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) hat den aktuellen Atlas für den Anteil neuer Energien nach Bundesländern veröffentlicht. Demnach weisen Mecklenburg-Vorpommern (63 %), Thüringen (55 %), Sachsen-Anhalt (48 %) und Schleswig-Holstein den höchsten Anteil auf. Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein exportieren sogar Strom. Die Spitzenreiter Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen erzeugen knapp zwei Drittel und gut die Hälfte ihres Bedarfs aus erneuerbaren. Ander Länder liegen dagegen unter der 10-Prozent-Marke.

Die Bundesländer unterschieden sich stark in den Bereichen Wirtschaft, Einwohnerzahl und Struktur. Dennoch haben alle im Jahr 2014 einen absoluten Zuwachs bei der Ökostromerzeugung gehabt, sagt Nils Boenigk von der AEE.

Den größten Anteil an den neuen Energien hat die Windkraft. In Thüringen spielt die Bioenergie die größte Rolle.

Umgekehrt bedeutet dass, der Anteil an fossiler Energie ist noch sehr hoch. „Durch Sektorkopplung, also die Verschmelzung der Energiesektoren und die Nutzung von Strom für Wärme- und Verkehrsanwendungen, werden wir in Zukunft einen höheren Stromverbrauch haben. Dieser sollte natürlich klimaschonend gedeckt werden."

Schleswig-Holstein

Die Netzbetreiber in Schleswig-Holstein, TenneT, TSO und Schleswig-Holstein Netz AG haben parallel einen Bericht zur Abregelung vorgelegt. Demnach wurden im letzten Jahr wegen fehlender Netze rund 3.000 Gigawatt Ökostrom abgeregelt – also nicht genutzt. „Der Anstieg ist ärgerlich“, sagte Energiewendeminister Robert Habeck. „Strom aus erneuerbaren Energien abzuschalten statt ihn zu nutzen, ist absurd.“Erst 2017 scheint eine Entspannung in Sicht, wenn die Westküstenleitung schrittweise in Betrieb genommen wird. 90 Prozent der Abregelungen resultieren aus Engpässen im Höchstspannungsnetz.

China

Die aktuelle Studie von McKinsey weist China als Vorreiter im Markt für Elektromobilität aus. Das Land führt erstmals vor Japan und hat Platz vier hinter Norwegen, den Niederlanden und Frankreich erreicht. Durch die Kaufprämie hat sich Deutschland vom zehnten auf den achten Platz vorgearbeitet, so die Studie.

Den Erfolg Chinas führen die Unternehmensberater von McKinsey auf eine „sehr systematische“ Herangehensweise an das Thema Elektromobilität zurück. Ein Kaufanreiz hat im letzten Jahr zu 100.000 Neuzulassungen und damit zu insgesamt 330.000 E-Autos seit 2010 geführt. Mit mehr als 60 Modellen liegt China auch in diesem Bereich vor.

Deutschland schreibt die Studie nicht ab: „Das Land kann mittelfristig zum führenden Produktionsstandort für E-Fahrzeuge werden.“ Für das Jahr 2021 glauben die Autoren, würde jedes Dritte E-Auto in Deutschland produziert.

Lesestoff:

Alle Daten nach Bundesländern finden Sie interaktiv unter https://www.foederal-erneuerbar.de
McKinsey: www.mckinsey.de/elektromobilitaet

Roland Krieg

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