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Österreich schafft Exportplus

Handel

Deutschland wichtig für österreichische Exporte

Die Exportmärkte für Agrarprodukte bleiben schwierig. Dennoch konnte das Nachbarland Österreich in den ersten sechs Monaten ein Exportplus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnen. Der Handel über die Grenzen hinweg spülte rund fünf Milliarden Euro in die Börsen der Alpenländler. Das Tempo des Exports habe sich zwar verlangsamt, sei aber weiter auf Erfolgskurs, sagte Michael Blass, Geschäftsführer der AMA-Marketing im Vorfeld der ANUGA.

Mehr als die Hälfte der Exporteinnahmen kommt aus Deutschland. Mit 3,35 Milliarden sind wir das wichtigste Handelsland. Exportschlager bleibt Käse, der nach einem erstaunlichen Plus im letzten Jahr mit 13,5 Prozent in diesem Jahr das Niveau hat halten können. Die Deutschen verzehren rund 30.000 Tonnen Alpenkäse im Wert von 142 Millionen Euro. Auf Platz zwei stehen Wurst, Schinken und Speck. Der Export von 28.203 Tonnen im Wert von 127 Millionen Euro aber stagniert. Ein sattes Minus hat der Apfelmarkt hinnehmen müssen. „Die Auswirkungen des russischen Importverbots seit vergangenen Sommer haben auch die heimischen Apfelproduzenten in starke Bedrängnis gebracht“, erklärt Blass. Die heimischen Märkte waren übervoll. Der Exportspezialist gibt sich aber optimistisch, „dass sich die österreichische Güte langfristig durchsetzen wird.“

Blass hofft auch auf Bioprodukte. Die erfahren gerade im eigenen Land eine neue Wertschätzung und haben ohne Brot und Gebäck einen Marktanteil von acht Prozent erreicht. Hier zeigt sich das neue Gütesiegel als guter Entwurf.

„Das Nachbarland Italien ist ein schwieriger Markt mit sehr unterschiedlichen Teilmärkten“, so Blass. Auf dem Stiefel sind Molkereiprodukte beliebt, aber regional ist die Kaufkraft rückgängig.

Kräuterferkel, Soja und vegetarisch

Österreich stellt mit dem „Kräuterferkel Kaiserteil“ einen der ANUGA-Gewinner des Wettbewerbs „taste 15“. Das Produkt ist nitritfrei trocken gepökelt und über Buchenholz geräuchert. In der natürlichen Veredlung kommen ausschließlich Meersalz sowie biologische Gewürze und Zutaten hinzu.

Wer es ohne Fleisch mag, der findet verschiedene Griller und Knacker auch ohne Fleisch. Die Produkte werben unter anderem mit dem Slogan „Ohne Soja schmeckt´s besser“ – doch auch beim Sojaanbau geht Österreich neue Wege. Zusammen mit Bayern ist das Alpenland einer der Treiber der Initiative „Donau-Soja“ [1]. Diesen April haben die Landwirte 950.800 Hektar Soja im Donauraum, ohne die Ukraine, ausgesät. Ein Plus von 25 Prozent. Die Ernte von 7,7 Millionen Tonnen Soja ersetzt die gleiche Importmenge aus Übersee. Im Jahr 2011 wurden gerade einmal 3,8 Millionen Tonnen geerntet. Mittlerweile versucht der Verein auch in Polen Landwirte für den Anbau zu gewinnen und rechnet mit einer ukrainischen Initiative für den Verein. In Europa gilt die Ukraine mit 2,5 Millionen Hektar Sojaanbau als größter Sojaanbauer.

Die Initiative vernetzt die Wirtschaftsräume entlang der Donau und Verarbeiter aus den östlichen Regionen finden mit „heimischen Soja“ neue Märkte im Westen.Die Zertifizierung von Erstverarbeitern, Lagerstellen, Futtermittelwerken und Produzenten laufe auf Hochtouren, meldet der Verein zur ANUGA in Köln. Bereits 15 Erstverarbeiter bereiten das Soja aus dem Donauraum bereits für Legehennenhalter in Österreich und der Schweiz auf. Der Verein ist auf der ANUGA das erste Mal vertreten.

Lesestoff:

[1] Donau-Soja geht in die nächste Runde

Roland Krieg; Fotos: roRo

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