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Österreich startet QHS-Regional

Handel

Österreich stärkt Direktvermarktung mit Herkunftssiegel

Nach der Pandemie soll die Lebensmittelversorgung noch regional werden. Was regional bedeutet, ist allerdings kaum definiert. Außerdem hängt das von der Betrachtung ab. Der Städter kauft Milch aus einer 100 Kilometer entfernten Molkerei, deren entferntester Milchbauer weiter 100 Kilometer seine Kühe melkt und das heimische Eiweißfutter von einem Betrieb erhält, der noch einmal 100 Kilometer entfernt ist. So liegen zwischen der Futtergerste und dem Frischmilchtrinker in der Stadt bereits 300 Kilometer Entfernung.

Dennoch zieht „regional“ bei Verbrauchern und ist mit Begriffen wie „frisch“, „klimaschonend“ und „regionale Wirtschaftskreisläufe“ verbunden. Einige Regionalkennzeichen werben mit qualitativen, ökologischen und sozialen Kriterien. Am Ende muss das Versprechen auditiert und zertifiziert sein. In Deutschland weist das „Regionalfenster“ bereits 4.600 Produkte vom Lebensmittel bis zur Zierpflanze aus.

QHS Austria

In Österreich ist jetzt das stattliche „Qualitäts- und Herkunftssystem“ (QHS) für Landwirte und Gastronomie gestartet und will den Verbrauchern bei seinen Wünschen abholen. Das Signet wird entlang der ganzen Wertschöpfungskette angewandt und will Fundament für weitere Anforderungen wie „Gutes vom Bauernhof“ und „Genussregion Österreich“ sein. Da kann das Erstaudit entfallen und die Betriebe werden erst in den nächsten vier Jahren geprüft. Dabei hilft es, wenn Landwirte, Manufakturen und Gastronomie miteinander vernetzt sind.

Damit das Ineinanderverschachteln von Siegeln funktioniert hat die Landwirtschaftskammer Österreich die QHS-Kriterien in seine Marke „Gutes vom Bauernhof“ integriert. Wenn ein Betrieb beide Siegel führen will, muss die Teilnahme am QHS-System bestätigen. Die Audit-Kosten von 250 bis 300 Euro müssen die Betriebe selber zahlen. Aber Lebensmittelkontrollen, Bio-Kontrolle, EU-Herkunftsschutz werden gegenseitig anerkannt und nicht mehr doppelt geprüft.

Vorteile QHS

Neben Werbematerialien können Betriebe bei Teilnahme an QHS an Social Media Kampagnen oder an einer Kooperation mit dem ORF teilnehmen. Im Bereich Vertrieb und Marketing gibt es kostenfreie Webinare.

Roland Krieg

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