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OHV zieht positive Bilanz

Handel

Oberhavel setzt auf Netzwerke

200 Besucher pro Stunde wurde bei Stichproben am Stand des Landkreis Oberhavel gezählt. Wenn nur ein Drittel der Besucher auch tatsächlich in die metropolennahe Region anreist, „dann sind wir zufrieden“. Mit dieser Bilanz hat der Patenlandkreis nicht nur Brandenburg auf Grünen Woche gut vertreten, sondern auch Werbung für sich gemacht.

Edelsteine und ländlicher Raum
„Eigentlich haben wir genug Touristen, aber es gibt noch viele Ecken, die noch nicht so bekannt sind“, meinte Elfi-Marina Fischer vom Fachbereich Umwelt und Landwirtschaft Oberhavel heute morgen zum Abschluss der 72. Grünen Woche in Berlin.
In dieser Woche wurde das Gästehaus der Bundesregierung in Meseberg eröffnet und stellt so einen „Edelstein“ dar, der auch internationale Gäste anlockt, denen es allerdings vorbehalten bleiben wird, es nur von außen zu besichtigen. Aber die Wirtschaftsbetriebe in näherer Umgebung können sich auf zusätzliche Besucher einstellen.
So hat der Landkreis, der „Dorfromantik und Metropole“ verbinden möchte, insgesamt 20 Faltblätter herausgebracht, die jeweils einen Betrieb oder eine Sehenswürdigkeit in den Mittelpunkt stellen – und andere Betriebe aus den Bereichen Kunst, Handwerk oder Landwirtschaft aus der Nähe gleich mit dazu. So hofft Fischer, dass nicht nur Tagesgäste aus Berlin in die Nachbargemeinde kommen, sondern auch einen Anreiz für eine Übernachtung finden.

Förderschwerpunkte
Der Landkreis möchte bei den Entwicklungen des ländlichen Raums keine Federführung übernehmen, sondern eher, Akteure zu Netzwerken zusammen führen. Das es fast immer die gleichen Personen sind, können Netze durch diese Kontinuität einfacher geknüpft werden.
„Landwirtschaft alleine reicht nicht mehr“, stellte Elfi-Marina Fischer fest. Die Projekte, die gefördert werden wollen, müssten aber auch nach Ablauf der Förderung überlebensfähig sein. Vier Schwerpunkte hat der Landkreis, bei dem auch das Regionalmanagement sitzt, festgemacht: Die Granseer Platte mit Schloss Meseberg, bei der „die Region als Schaufenster für die Gäste der Bundesregierung“1) hergestellt werden soll. Die Obere Havel-Wasserstraße hat so viele Nachfragen nach Wassersportangeboten gehabt, dass sich dieser Schwerpunkt fast von alleine ergab. Der Krämer Forst und Kremmen soll mit seinem traditionellen Garten- und Obstbau weiter ausgebaut werden und die Region Schmachtenhagen soll als „ein Modell für ländliche Entwicklung an der Peripherie von Ballungsräumen“1) werden. Dort gibt es einen großen Erlebnisbauernhof, der den Rummel liebenden Berlinern entgegen kommt. Aber auch „das Dorf mit der persönlichen Note“ soll existieren können. „Das eine schließt das andere nicht aus“, meinte Fischer.

Alltagsrealitäten kennen lernen
Wenn man eine Straße asphaltiert, dann käme auch mal ein Anwohner auf die Idee, die Fassade seines Hauses neu zu machen, was möglicherweise weitere Nachbarn zu ähnlichen Aktivitäten anhalten könnte. So sieht Fischer die Impulswirkung des Landkreises. Und dabei kann die Grüne Woche helfen.
Die Verbrauchermesse hat Berliner nicht nur das Land nebenan mit seinen Leckereien „schmecken“ lassen. Bei einer Modenschau der Landfrauen haben die Besucher in Gesprächen auch etwas über Alltagsrealitäten der Frauen kennen gelernt.

Lesestoff:
Die mit 1) markierten Zitate stammen aus dem Projekt zur Entwicklung des ländlichen Raums in Oberhavel. Mehr dazu unter: www.ile-oberhavel.de
Mecklenburg-Vorpommern hatte im vergangenen Jahr die interessante Studie „Das soziale und aktive Dorf“ fertig gestellt.

roRo

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