Palmöl-Update Indonesien
Handel
China kompensiert indonesische Exportverluste
Indonesien hat einige Probleme, die genaue Fläche seiner Palmölplantagen zu benennen. Satellitendaten zeigen 2018 rund 17,9 Millionen Hektar Palmölplantagen, während die offiziellen Zahlen des Agrarministeriums bei 14,3 Millionen Hektar recht deutlich niedriger sind. Das Ministerium ist auf die Zuführung der Daten aus den lokalen Bezirken angewiesen. Noch im August soll eine revidierte Flächenangabe veröffentlicht werden.
Währenddessen bleibt die Erntevorhersage für das Wirtschaftsjahr 2019/20 bei 43 Millionen Tonnen Palmöl nahezu unverändert. 1,5 Millionen Tonnen kommen durch reifere und ertragsstärkere Palmölbäume hinzu. Die Nachfrage steigt weltweit und im eigenen Land. Treiber ist die Biodieselproduktion. 13,11 Millionen TonnenPalmöl werden in Indonesien selbst verbraucht. Die Regierung hofft, die laufenden Tests für eine B30-Beimischung erfolgreich abzuschließen und im Frühjahr 2020 politisch umzusetzen. Das würde die Inlandsnachfrage um drei Millionen Tonnen im Jahr erhöhen.
Umgekehrt steht ein europäischer Zollaufschlag von acht bis 18 Prozent im Raum, der die Importe in die EU reduzieren wird. Der Export von Palmöl ist aber nicht nur nach Europa schwierig. Indien hat seine Einfuhrzölle auf indonesisches Palmöl erhöht. Malaysia hingegen hat einen fünf-prozentigen Handelsvorteil raffinierter Ware nach Indien. So verkauft Indonesien 2019 monatlich 120.000 Tonnen Palmöl in den Nachbarstaat, weil dort die Raffinerie-Kapazitäten höher sind. Exportverluste werden durch die steigende Nachfrage nach China ausgeglichen. Von Oktober 2018 bis Mai 2019 ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum die Exportmenge von 2,3 auf drei Millionen Tonnen angestiegen.
Niedrige Palmölpreise verringern das Einkommen der Kleinbauern, die unabhängig keinen festen Vertrag mit Mühlen haben. Die Regierung hat zwar ein Programm für die Plantagenerneuerung für Kleinbauern aufgelegt, das aber weit hinter den Zielen zurückbleibt. Sollten 2017 bereits 21.000 ha erneuert werden, waren es lediglich 15.000 ha. Während die Zielvorgaben für 2018 und 2019 auf 185.000 und 200.000 ha steigen, ist die Umsetzung von 34.000 auf 20.000 ha sogar gefallen.
Das liege vor allem an den Bedingungen für die Kleinbauern. So müssen sie ihren Landbesitz nachweisen, dürfen vereinbarte Verkaufsbedingungen nicht behalten und müssen ein Online-System für die Förderung nutzen. In den Genuss kommt ein einzelner Kleinbauer nur in einer Gruppe von mindestens 20 Bauern mit mindestens 50 ha Bewirtschaftungsfläche.
Roland Krieg