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Polen baut einen neuen Kanal

Handel

Güterumschlag erfordert Kanal durch die Frische Nehrung

Polen wird zunehmend eine Drehscheibe für den Güterumschlag im Zentrum Europas. In diesem Jahr erwartet der Hafen Danzig erstmals einen Umschlag von mehr als zwei Millionen TEU-Containern, der im nächsten Jahr bereits in Richtung drei Millionen steigen soll. Der Nachbarhafen Gdynia will seine Umschlagkapazität von zwei Millionen Container noch einmal um eine halbe Million ausbauen. Währenddessen plant Swinoujscie einen Tiefwasser-Terminal für Güter, die bislang über Stettin abgefertigt werden.

Für Transporte in das Hinterland steht nur ein begrenztes Straßennetz zur Verfügung. Weiter östlich am Frischen Haff bietet der Hafen Elblag ein neues Tor für die Erschließung Ostpolens, Weißrusslands und der Ukraine. Im Hafen Elblag wurden 2014 noch 358.000 Tonnen Güter umgeschlagen, heute sind es nur noch 99.000. Um Elblag wirtschaftlich mit einer Drehscheibe für den Feeder-Verkehr zu den Häfen der Danziger Bucht und im Rahmen des Tourismus für Yachten und Segler neue Attraktion zu bieten wird die Frische Nehrung durchstochen.

Die Landzunge zwischen Polen und Kaliningrad hat lediglich an der Zitadelle Pillau eine Öffnung für den Schiffsverkehr. Mit einem 1,3 km langen und fünf Meter tiefen Kanal soll der Seeweg um 90 Kilometer und 12 Stunden verkürzt werden. Den Kanal können Schiffe von 100 Meter Länge und 20 Meter Breite passieren. Im September beginnt der Bau, der bis 2022 abgeschlossen sein soll. Der Hafen in Elblag selbst muss in einer zweiten Bauphase vertieft werden, weil derzeit nur Schiffe mit zwei Meter Tiefgang anlegen können.

Unter den Anbietern für den Kanalbau befindens ich nach Angaben von Germany Trade & Invest (gtai) polnische und chinesische Konsortien.

roRo

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