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Power fürs Leben

Handel

Ernährungsindustrie entdecken

Sports Finder DayEin Frühstücksbüfett von Nutella an einer Schule? Auch wenn es ein Sporttag ist? Nichtregierungsorganisationen stehen dabei die Haare zu Berge, aber Dr. Sabine Eichner Lisboa, Geschäftsführerin des Bundesverbands der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) fragt zurück „Warum eigentlich?“ In der Halle 1.2 haben sich elf namhafte Unternehmen aus der Ernährungsindustrie zum zweiten Mal für die Aktion „Power fürs Leben – Essen und Bewegen“ zusammen gefunden und boten bereits im letzten Jahr mehr als 150.000 Besuchern Informationen aus der Wirtschaft und über ihre Verantwortlichkeit an. Lebensmittel die Schuld am Übergewicht und schlechten Zustand der Schüler zu geben, sei zu einfach, sagte Dr. Lisboa zu Herd-und-Hof.de. Dr. Werner Wolf, Vizepräsident des Bundes für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) führte in Berlin vor Beginn der Internationalen Grünen Woche aus, dass die Schweizer fast kein Karies mehr aufweisen, seitdem die Eltern diese Behandlung selbst bezahlen müssen. Der schlechte Zahnzustand ist nicht nur ein Ergebnis zuckerreicher Lebensmittel, sondern auch ein Ergebnis fehlender Zahnpflege.

Öffentlichkeit und Transparenz
Die Ernährungsindustrie will ihr Image verbessern und das Positive darstellen. So beschäftigt Deutschlands fünftgrößte Branche mehr als 500.000 Arbeitskräfte und ernährt 82 Millionen Menschen. Die Lebensmittelskandale der Vergangenheit haben die Branche zu Unrecht in Verruf gebracht, führt Dr. Lisboa aus. Auf der Grünen Woche will sie anhand von einzelnen historischen Lebensmitteln aufzeigen, welche Entwicklung diese genommen haben und warum sie im Einkaufskorb der Konsumenten landeten. Steigende Berufstätigkeit, fehlende Kochkenntnisse und einen Zeitdruck: Diese moderne Lebensführung erfordert neue Produkte, die über den Convenience-Bereich abgedeckt werden. Der Markt hat nach Angaben des BVE in den letzten sechs Jahren um 40 Prozent zugenommen. Smoothies sind die neueste Kreativität der Unternehmen.
Der BLL informiert über seine Vorstellungen der Nährwertkennzeichnung.

Sports Finder Day
Dirk Voß, Marketingleiter nutella von Ferrero möchte auch die Schokocreme als Lebensmittel verstanden wissen. Er sieht Ferrero „als den guten finanziellen Geist im Hintergrund“, ohne den viele Aktionen nicht realisiert werden könnten. In Ergänzung trage die Sportjugend Hessen die notwendige fachliche Kompetenz bei, wenn seit fünf Jahren in den weiterführenden Schulen der Sports Finder Day Matthias Kringelausgetragen wird. Matthias Kringel beschreibt, was einen Tag lang in den Schulen passiert: Die Schülerinnen und Schüler müssen sich das Frühstücksbüfett mit sportlichen Aktionen verdienen. An bis zu 50 Stationen werden Punkt vergeben, die dann am Büfett eingelöst werden können. Wer wenig geleistet hat, kriegt nur einen Apfel, wer mehr verbraucht hat, der kann sich auch ein Stück Kuchen leisten. Jugendliche sind immer wieder überrascht, wenn sie für eine Portion Pommes frites 52 Minuten auf dem Ergometer sitzen müssen. So erfahren die Kinder körperlich, welchen Energiegehalt Lebensmittel haben.
Der Tag wird zusammen mit lokalen Sportvereinen veranstaltet, die so auch ihre Angebote präsentieren können. Die Organisatoren erreichen mit diesem Programm auch „sportferne Schüler“. Und, so Kringel, selbst Lehrer können aus den Angeboten noch etwas für ihren Unterricht lernen.

Ausweg Export
Die Ernährungsindustrie möchte in der Halle 1.2 neben Sport und Spiel jedoch auch auf ihre Sorgen aufmerksam machen. So sieht der BVE die Konzentrationsprozesse im Lebensmitteleinzelhandel durchaus mit Sorge, denn die kleinen und mittelständischen Unternehmen können dem kaum etwas entgegensetzen, so Dr. Lisboa. „Als Ausweg“ biete sich dann der Export an. Die Vorausschätzungen zeigen für den Export auch die besseren Umsatzzahlen:

Kennzahlen der Ernährungsindustrie

2008

2007

Mrd. €

%

Mrd. €

%

Umsatz nominal

155,0

+ 5,6

146,8

+ 6,2

davon Inland

112,6

+ 2,5

109,9

+ 4,1

davon Ausland

42,4

+ 15,0

36,9

+ 13,2

Reale Entwicklung

- 1,5 %

+ 1,5 %

Auslandsanteil

27 %

25 %

Q: Statistisches Bundesamt, BVE; Zahlen für 2008 geschätzt

Lesestoff:
www.sportsfinderday.de Halle 1.2

roRo; Foto: roRo (Matthias Kringel)

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