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Bayerns Agrarexporte auf Rekordkurs

Bayern steht nicht nur auf der Grünen Woche im Mittelpunkt. Das Land begeht in diesem Jahr mit dem 500. Jubiläum des Reinheitsgebotes ein Bier-Fest, das wohl in ganz Deutschalnd gerne begangen wird.

Die Leistungsschau Bayerns in Berlin ist aber auch ein Spiegelbild der Ernährungs- und Agrarbranche des Freistaates. Denn die Exporte aus Bayern sind weiter auf Rekordkurs: Ersten Schätzungen zufolge kletterte im vergangenen Jahr der Wert der Ausfuhren im Vergleich zu 2014 um rund ein Prozent von 8,8 auf fast 8,9 Milliarden Euro. Nach Landwirtschaftsminister Helmut Brunner ist das erneute Rekordergebnis zweistelligen Zuwachsraten in den Niederlanden und England (jeweils plus 16 Prozent), in Ungarn (plus 28 Prozent) sowie in einigen Drittländern wie den USA (plus 28 Prozent) zu verdanken – sie konnten den schwächelnden Absatz in Italien (minus 14 Prozent) und die Ausfälle durch den Importstopp Russlands mehr als ausgleichen. Die boomende internationale Nachfrage – bereits zum sechsten Mal in Folge sind die bayerischen Agrarexporte auf einen neuen Rekordwert gestiegen gilt als Beleg für die anerkannt hohe Qualität und Vielfalt bayerischer Spezialitäten.

Exportschlager Nummer eins aus dem Freistaat war 2015 mit einem Ausfuhrwert von 1,5 Milliarden Euro wieder bayerischer Käse, gefolgt von Milch und Milcherzeugnissen (1,2 Milliarden Euro) sowie Fleisch und Fleischwaren (eine Milliarde Euro). Die im Vergleich zu den Vorjahren preisbedingt geringeren Ausfuhrwerte bei Käse und Milchprodukten wurden durch deutliche Exportsteigerungen bei Backwaren, Bier, Hopfen und Erzeugnissen wie Suppen oder Soßen kompensiert. Wichtigstes Exportland Bayerns bleibt trotz rückläufiger Entwicklung Italien mit einem Ausfuhrwert von rund 1,6 Milliarden Euro. An zweiter Stelle liegt Österreich mit 1,2 Milliarden Euro, gefolgt von den Niederlanden mit 920 Millionen Euro.

Käse bleibt ein Bayern-Renner. Im vergangenen Jahr wurden rund 900.000 Tonnen Käse hergestellt. Darin stellt Frischkäse mit 340.000 Tonnen das größte Sortiment, gefolgt von 180.000 Tonnen Mozzarella und 160.000 Tonnen Hartkäse. Rund 400 Käsesorten haben eine weiß-blaue Heimat. 60 davon hat der Bayerntross nach Berlin mitgebracht.

Mit einem landwirtschaftlichen Produktionswert von knapp elf Milliarden Euro ist Bayern einer der wichtigsten Nahrungsmittelproduzenten in Europa. Ein Sechstel des in Deutschland produzierten Getreides, mehr als ein Viertel der Milch und des Rindfleischs sowie zwei Fünftel des Käses stammen von bayerischen Bauern.

Nach Berlin sind 40 Spezialitätenhersteller und 15 Tourismusverbände angereist. In die Bayernhalle hat es auch Hiromichi Matsushima gezogen. Der japanische Vize-Landwirt-schaftsminister hat mit Brunner eine Delegationsreise nach Tokio und Fukuoka verabredet. „Mit dem Besuch wollen wir die Handelsbeziehungen zwischen Japan und Bayern ausbauen und neue Türen für unsere Agar- und Ernährungswirtschaft öffnen“, erklärte Brunner. Japan hat einen geringen Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln. Für bayerische Spezialitäten sieht Brunner noch Luft nach oben. Japan ist mit 60 Millionen Euro der fünftgrößte Drittlandsmarkt. Noch allerdings meist für Hopfen, Bier, Milchprodukte und Zucker.

Roland Krieg; Fotos: roRo

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