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Rewe auf der Grünen Woche

Handel

Drei Premieren für die Rewe Gruppe

Das Engagement der Rewe-Gruppe auf dem Erlebnisbauernhof der Grünen Woche in Berlin ist ein deutliches Zeichen an die Verbraucher, dass Rewe die Qualität in der ganzen Produktionskette ernst nimmt, teilte Andreas Krämer, stellvertretender Pressesprecher von Rewe, Herd-und-Hof.de mit.
Das Unternehmen zeigt ein Stück weit Verantwortung, Qualität und Nachhaltigkeit in die Regale zu bringen, weil Verbraucher im Markt zunehmend nicht mehr zuerst auf den Preis schauen. Die erste Zwischenbilanz auf der Grünen Woche ist zufrieden stellend, weil einerseits Rewe Messebesucher in die Halle 3.2 lockt und der Erlebnisbauernhof einer der Publikumsmagneten der Messe ist.

Vertragsanbau in Spanien
Im Bereich der Rückstandsfragen setzt Rewe eigene Maßstäbe. Obst und Gemüse dürfen den gesetzlich zulässigen Höchstwert nur bis zu maximal 70 Prozent ausschöpfen. Das entspricht dem ARfD-Wert.

ARfD-Wert: (akute Referenzdosis) Der ADI-Wert ist bei Substanzen, die schon bei einmaliger Aufnahme gesundheitsschädigend sind, wenig aussagekräftig. ARfD bezeichnet die Substanzmenge, die innerhalb eines Tages oder einer Mahlzeit aufgenommen werden kann, ohne das eine Gesundheitsgefährdung resultiert
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In der Vergangenheit haben gerade Paprika, Weintrauben und Erdbeeren mit überhöhten Rückstandswerten Schlagzeilen gemacht. Deshalb hat sich Rewe diesen Produkten besonders gewidmet. Mit Pilotprojekten in Spanien und Italien hat die Rewe-Gruppe einen Vertragsanbau aufgezogen, der sogar Ware liefert, die um 50 Prozent unter dem Höchstwert liegt. Unabhängige Prüflabors untersuchen die Ware bereits am Produktionsort.
Die Umstellung auf strengere Werte sei für manche Bauern schwer gewesen, und einige haben sich anderen Abnehmern zugewandt. Mit dieser "Best Alliance" will Rewe die Lücke schließen, dass in Deutschland bei der Warenannahme oft nur Stichproben möglich sind.
Damit die Bauern auch keine Fehler machen, hat Rewe eine Positivliste für im Vertragsanbau zugelassene Pflanzenschutzmittel aufgestellt.
Ein großer Teil der Gartenbauer sind in der Gemüse- und Obstregion Almeria in Spanien angesiedelt. Dort sind rund 33.000 Hektar Fläche unter Glas. Auf der Grünen Woche stellt Rewe sein visionäres Gewächshaus vor, das die Pflanzen zusätzlich stärkt. Sie brauchen weniger Pflanzenschutzmittel und die Gewächshäuser liefern gleichzeitig noch Strom. Halbkreisförmige, optische Linsen im Dach leiten nur die Bestandteile des Lichts nach unten weiter, die für das Wachstum der Pflanzen notwendig sind. Die anderen Bestandteile werden auf eine Photovoltaikanlage gebündelt und erzeugen Strom. Mehr Strom als das Gewächshaus verbraucht. Würden alle 33.000 Hektar Gewächshausfläche mit dieser Technik versorgt, dann würden die Gewächshäuser ein Drittel des Strombedarfs Spaniens liefern. Herkömmliche Photovoltaikanlagen lassen kein Licht für die Pflanzen durch.
Zusätzlich ist das Gewächshaus mit einer speziellen Folie umgeben, die ultraviolettes Licht durchlässt. Die UV-Strahlen töten Krankheitserreger ab und erlauben eine Reduzierung der Spritzmittel. Bei starkem Lichteinfall verdunkelt sich die Folie auch noch, so das die Pflanzen weniger Wasser benötigen.

Bio möglichst aus der Region
Rewe hat auf der Grünen Woche die neue Produktrange Bio-Rewe gestartet. Die Verbindung mit dem Namen soll dem Versprechen ein größeres Gewicht verleihen, so Krämer. Bis zu 250 Produkte werden nach Einführung das neue Siegel tragen, wobei die Gruppe Wert darauf legt, zunächst heimische Produkte zu vermarkten. Die Kölner können dabei auf ihre Erfahrungen zurückgreifen, denn mit Füllhorn bei Rewe und Naturgut bei Penny stehen schon seit 1988 bzw. 1996 Bioprodukte in den Regalen. Daher ist der Aufbau der neuen Produktrange leichter gewesen, denn Rewe kann auf "ein vitales Netz an Erzeugern und Verarbeitern, die organisch mitwachsen" zurückgreifen, so Krämer.

Die 1927 in Köln gegründete Rewe Group umfasst Rewe, toom, Penny, toom Baumarkt, Promarkt, Atlas Reisen, DER-Reisebüros, IST und Dertour. Der Umsatz beträgt 43,5 Milliarden Euro, die Beschäftigtenzahl 270.000 Mitarbeiter. Rewe hat 12.000 Märkte in 14 Länder. Die Rewe-Märkte erzielen einen Umsatz von 12 Milliarden Euro Umsatz in mehr als 3.000 Filialen oder Supermärkte der selbstständigen Rewe Kaufleute.
Unternehmensangaben

Bei Mitbewerbern gibt es bereits erste Erfahrungen mit der Saisonalität von Produkten im konventionellen Handel. Herd-und-Hof.de wollte daher wissen, ob Saisonalität ein Qualitätsmerkmal werden könnte. "Da stehen wir noch ganz am Anfang", bremst Krämer. Verbraucher sind es derzeit noch nicht gewohnt saisonal einzukaufen. Seine Produkte sollen ganzjährig verfügbar sein. Aber es könnte eine Perspektive sein, denn über den Trend, regionale Produkte zu kaufen, können Verbraucher auch an das Thema Saisonalität herangeführt werden.

Trade Fair Kaffee bei Penny
Ab der vierten Kalenderwoche startet Penny mit Tradefair Kaffee von Darboven. 2.000 Penny-Märkte bieten dann erstmals ein fair gehandeltes Produkt an. Der "Café Intención" heißt übersetzt "die gute Absicht" und beschreibt die faire Allianz zwischen Kaffeebauern und Konsumenten.

Qualität trotz Wettbewerb
Auf der Grünen Woche werden neue Marktaussichten überall mit den gleichen Eigenschaften angekündigt: Erzeuger und Politiker suchen ihren Markt mit innovativen und wettbewerbsfähigen Produkten. Wie viel Platz ist noch in den Regalen?
"Der Platz ist voll", sagt Andreas Krämer. Diese Wünsche spiegeln vielmehr den hart umkämpften Markt wieder. Die Geschäfte im Lebensmitteleinzelhandel sind bereits größer geworden, um mehr Produkte unterzubringen, aber der Handel hat auch Interesse, dass nicht alles in die Regale kommt. "Die Floprate ist hoch". Man müsse nicht das 40. Produkt in das Regal stellen und damit den Kunden alleine lassen. Er kann die Produkte immer weniger unterscheiden. Weil die Investitionen in neue Produkte sehr umfangreich sein können, sucht der Handel vermehrt die Zusammenarbeit mit der Industrie: "Wir haben die Erfahrung, was der Kunde kaufen möchte." Produkte wie Tempo oder Ariel zeigen, dass Marken eine Kontinuität aufweisen können, auch innovative Verbesserungen haben, aber immer noch unter ihrem Namen bei den Verbrauchern bekannt sind.

Regional und International
Einer der Megatrends bei Verbrauchern sind regionale Produkte. Die Lebensmittelzeitung hatte rückblickend 2007 zum" Jahr der Merger" ausgerufen. Die Rewe-Gruppe mit 32 Milliarden Euro Gesamtumsatz hat sich mit "Marktkauf (760 Mio.) auch kräftig bedient. Zudem erzielt Rewe rund 30 Prozent seines Umsatzes aus dem Ausland (Zahlen nach Lebensmittelzeitung) und wird immer internationaler. Wie passt beides zusammen?
Die Konzentrationen im Handel folgen den Konzentrationen der Industrie, sagte Krämer. Gerade Deutschland gilt als einer er härtesten Wettbewerbsplätze und weil die Rohstoffbasis immer internationaler wird, müsse der Handel folgen. Das allerdings sei kein Widerspruch, sondern eine Herausforderung. Rewe hat Deutschland in sechs Regionen aufgeteilt und könne daher regionale Wünsche wahrnehmen und umsetzen. Die dezentrale Struktur der Genossenschaft sei bei Rewe eine Unternehmenskultur.

Marktkonzentrationen im deutschen Lebensmitteleinzelhandel
Seit 1980 nimmt die Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu. Die ersten fünf vereinten nach Angaben der Lebensmittelzeitung 1980 noch nur 26,2 Prozent. Aldi lag damals auf Platz ein mit 8,1 % Anteil. Im Jahr 2000 repräsentierten die ersten Fünf bereits 62,3 Prozent und Rewe kletterte mit 15,5 Prozent hinter der Metro (16,0 %) auf Platz zwei. Für 2008 wird geschätzt, dass Rewe mit 14,7 Prozent den zweiten behält. Die Nummer eins wird erneut Edeka mit 18,6 Prozent sein. Die Top Five halten dann bereits 73,3 Prozent Anteil am Gesamtmarkt.

Roland Krieg

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