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Rieslingsenf und Schnudendunker

Handel

Brandenburghalle mit Kristall-Hochzeit auf der IGW

Auf die 72. Internationale Grüne Woche (IGW) freut sich Brandenburgs Landwirtschaftsminister Dr. Dietmar Woidke ganz besonders. Seit 15 Jahren gibt es auf dem Messegelände unter dem Funkturm die Brandenburghalle, die „nicht nur nicht wegzudenken ist, sondern ein, wenn nicht sogar das Highlight“ der zehntägigen Verbrauchermesse darstellt, sagte er gestern morgen in Potsdam.

Testmarkt und Tourismus
Obwohl die Brandenburger Finanzlage angespannt ist investiert das Land wieder rund 550.000 Euro in die Messepräsenz. Für Brandenburg ist die Landwirtschafts- und Ernährungsmesse nicht nur eine Verbraucherschau oder ein Testmarkt für die auch in diesem Jahr reichlich vorhandenen neuen Produkte. Mit touristischen Angeboten wird die gesamte Wirtschaft der internationalen Öffentlichkeit vorgestellt. In der Messehalle 21a gibt es 76 Stände mit gut doppelt so vielen Ausstellern. Nicht gezählt werden können die zahllosen Unteraussteller auf den verschiedenen Gemeinschaftsständen.
Brandenburg wird in der Halle 4.2 auch den Bereich der nachwachsenden Rohstoffe präsentieren, da „wir in vielen Bereichen bundesweit an der Spitze liegen“, wirbt Dr. Woidke. Erfreulich sei jedes mal die nach der Messe vorgenommene Umfrage unter den Ausstellern. Die Frage Nummer 8 auf dem Bogen bietet die Möglichkeit anzukreuzen, ob man im nächsten Jahr wieder kommen wolle: 100 Prozent sagen ja. „Die Seele der Brandenburghalle bilden diejenigen, die an den Ständen hinter der Theke stehen!“.
„Wer die Brandenburghalle nicht gesehen hat, der hat die Grüne Woche nicht gesehen“. Dieses Motto seines Vorgängers wurde zum 15. Jubiläum auf einer extra erstellten DVD getitelt und zeigt 15 Minuten lang rückblickende Einblicke auf die nächsten 15 Jahre.
Traditionell wird am Messe-Montag, diesmal ist es der 22.Januar, der Brandenburg-Tag mit einem umfangreichen Bühnenprogramm gefeiert. Der ökologische Landbau ist erneut mit einem großen Gemeinschaftsstand vertreten und Michael Wimmer von der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau wies alle Produzenten und Verarbeiter auf die Gelegenheit hin, angesichts der aktuellen Knappheit an Bioprodukten, die Brandenburger Betriebe und ihre Produkte während der Messe kennen zu lernen.
Dr. Woidke und Landesbauernpräsident Uwe Folgart erwarten zudem Delegationen aus Neuseeland, Russland, Lettland und Ungarn.

Partnerlandkreis Oberhavel
Traditionell gibt es zur Grünen Woche zahlreiche Produktneuheiten, wie Eierlikörbällchen, Spreewaldpastete, den Schnudendunker vom Historischen Landhaus Hotel „Prinz Albrecht“ in Neuzelle oder den Bio-Hanf-Taler. Traditionell ist ein Landkreis auch Partnerland für Brandenburg. Landrat Karl-Heinz Schröter stellte seinen Kreis Oberhavel „Zwischen Dorfromantik und Metropole“ vor. Mit diesem Motto „wollen wir scheinbar weit auseinander liegendes zusammen bringen“, sagte er gestern in Potsdam. Der direkt an Berlin grenzende Landkreis ist schon seit langer Zeit Nahrungslieferant für Berlin.
Schließlich stammt auch die erste Berliner Kartoffel aus Feldfluren bei Oranienburg und begründete damit die enge Beziehung der Märkischen Bewohner zu dieser Knolle. Es stehen aber nicht nur Bauernhöfe und Verarbeitungsbetriebe im Vordergrund, sondern Landrat Schröter weist auf die Herrenhäuser und Schlösser der Oberhavel hin. Die Bundesregierung hat sich vom Petersberg mit Blick auf dem Rhein als Gästehaus verabschiedet und wird Staatsbesuch ab diesem Jahr in Schloss Meseberg unterbringen: Im Landkreis Oberhavel. Davon erhofft sich Schröter viel Werbung und Impulse für die Wirtschaft. Für Besucher hat der Landkreis Broschüren verschiedener Firmen von der Straussenfarm bis zum Holzbackofen in Malz aufgelegt. Mehr dazu unter www.ohnehastverweilen.de
In der Oberhavel bewirtschaften 413 Betriebe rund 70.000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche. Zunehmend verbinden die Bauern ihre Produktion mit touristischen Angeboten und verzeichneten in den ersten drei Quartalen 2006 etwa 870.000 Übernachtungen.

Erfolge bei der Ausbildung
Die Routine des Landesbauernverbandes, junge Menschen für die grünen Berufe zu gewinnen, beginnt sich auszuzahlen. Gerade in den Kernberufen Land-, Tier- und Pferdewirt wurden 27 Prozent mehr Ausbildungsplätze besetzt als von 2004 bis 2005. Brandenburgs Bauernpräsident Udo Folgart sieht aber immer noch eine Lücke von rund 80 offenen Ausbildungsstellen pro Jahr. Rund 450 Plätze müssten jährlich besetzt werden, damit zukünftig keine Unterdeckung eintritt. Am Stand des Verbandes wird deshalb in diesem Jahr ein Klassenzimmer mit alten Schulbänken aufgebaut und täglich beantworten ein bis zwei Auszubildende Fragen über ihre Berufe. Der Bauernhof als Klassenzimmer soll nach Udo Folgart zeigen, dass „junge Leute wieder Perspektiven im ländlichen Raum haben.“

Gute Stimmung in der Küche
15 Jahre Brandenburghalle sind auch 15 Jahre Vermarktungsorganisation pro agro, der rund 60 Prozent aller Aussteller angehören. Geschäftsführer Hans-Jürgen Kube zieht ein positives Resümee: Der Messeauftritt hat sich von der Schau um Essen und Trinken komplex weiterentwickelt und ist eine richtige Werbeform für das Land geworden. Mit dem Slogan „Gesundes aus Brandenburg“ will der Verband in diesem Jahr punkten. Kube ist gerade auf diese Messe sehr gespannt, „weil die Grundstimmung der Verbraucher besser geworden ist“. Der Konsumtrend geht hin zur Qualität, zu Wellness und Gesundheit sowie zu Premiumprodukten. Vor allem aus Deutschland. Er zitierte eine Forsa-Studie zu den beliebtesten Küchen. Danach hat die deutsche Küche mit einer Steigerung von 66 auf 77 Prozent die italienische Küche, die sich „nur“ auf 72 Prozent steigern konnte, den ersten Platz in der Beliebtheitsskala errungen. Das schlägt sich auch in der Landgastronomie wieder, die mit einer steigenden Nachfrage rechnen darf. Die traditionelle pro agro-Küche wird in diesem Jahr mit dem nachbarschaftlichen Höhepunkt aufwarten, dass beim Oder-Kulinarium deutsche und polnische Köche gemeinsam ihre Handwerkskunst zeigen.

Alle Brandenburgtermine finden Sie unter www.mluv.brandenburg.de
Planen Sie Ihren IGW-Besuch generell schon einmal unter www.gruenewoche.de
Längere Öffnungszeiten: Auch die IGW hat sich den Geflogenheiten beim Ladenschluss angepasst. Die Messetore werden abends eine Stunde später um 19:00 Uhr geschlossen.

roRo

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